
Zukunft des Staatensystems: Warum auch Großmächte vom Völkerrecht profitieren
Zukunft des Staatensystems : Warum auch Großmächte vom Völkerrecht profitieren Von Jannis Koltermann 25.06.2026, 21:44Lesezeit: 4 Min. Wird das Völkerrecht durch den Deal ersetzt? Putin und Trump im August 2025dpaIst es...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Zukunft des Staatensystems : Warum auch Großmächte vom Völkerrecht profitieren Von Jannis Koltermann 25. 2026, 21:44Lesezeit: 4 Min. Wird das Völkerrecht durch den Deal ersetzt?
Putin und Trump im August 2025dpaIst es noch vernünftig, auf das Völkerrecht zu hoffen? Oder sollte Deutschland lieber ganz auf militärischer Stärke setzen? Die Rechtswissenschaftlerin Anne Peters glaubt, dass die regelbasierte Ordnung letztlich allen zugutekommt.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Anderthalb Stunden über Sicherheit – und kein Wort zum Recht! Halb im Scherz, halb ernsthaft empörte sich Christian Walter in der Münchener Carl Friedrich von Siemens Stiftung über die Rede, die Sönke Neitzel zwei Wochen zuvor am selben Ort gehalten hatte. Während die Hoffnung auf Sicherheit für einen Militärhistoriker wie Neitzel auf starken Armeen fußt, steht für einen Völkerrechtler wie Walter selbstredend das Rechtssystem an erster Stelle.
Von dem durch ihn eingeleiteten Vortrag seiner Fachkollegin Anne Peters durfte man also eine Art Anti-Neitzel erwarten. Dass sie dabei aus der Defensive heraus argumentierte, verhehlte Peters keineswegs. Gleich zu Beginn warf sie Bilder von Militäroperationen der vergangenen Jahre an die Wand, die von Völkerrechtlern nahezu einhellig verurteilt worden und dennoch nicht zu verhindern gewesen sind: in der Ukraine, in Israel und Palästina, in Venezuela und Iran.
„Macht es vor diesem Hintergrund heute noch Sinn, auf das Völkerrecht zu hoffen? “ Oder solle man einfach die Realität seiner Abwesenheit anerkennen und, im Sinne Neitzels, ganz auf Aufrüstung und Abschreckung setzen? -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.
Was Experten sagen
bei Google bevorzugen Das Völkerrecht beruht besonders stark auf HoffnungUm ihren Glauben an die Zukunft des internationalen Rechtssystems zu begründen, ging die Direktorin des Heidelberger Max-Planck-Instituts für Völkerrecht zunächst auf die Grundlagen zurück. Ohne das „Prinzip Hoffnung“ könne Recht grundsätzlich kaum funktionieren. Denn wenn ein Akteur sich an Verträge und Gesetze hält – selbst wenn diese den eigenen Interessen unmittelbar entgegenstehen –, müsse er darauf vertrauen, dass andere Akteure dasselbe tun.
Nur dann werde ihm aus seinem rechtmäßigen Verhalten kein Nachteil erwachsen. Insofern erwies sich das eher philosophisch anmutende Thema „Hoffnung“, das die Siemens Stiftung der Veranstaltungsreihe dieses Trimesters gegeben hat, für einen rechtswissenschaftlichen Vortrag als erstaunlich gut geeignet. Anne Peters während ihres VortragsCarl Friedrich von Siemens StiftungIn den internationalen Beziehungen, so konnte man Peters verstehen, ist das Vertrauen zwischen den Akteuren traditionell besonders schwach ausgeprägt.
Anders als die einzelnen Bürger sind die Staaten, wie schon Kant erkannte, schließlich keinem „gemeinschaftlichen äußeren Zwang“ unterworfen. Es gibt keine höhere Macht, die mit ihrem Gewaltmonopol über die Einhaltung des Rechts wacht.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





