
Zur Autofarbenlehre: Färben Sie bitte vorsichtig!
Zur Autofarbenlehre : Färben Sie bitte vorsichtig! Von Tilman Allert 04.05.2026, 14:14 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Rauer Salbei rührt mich an: Gegen schimmernde Verdrängungsmotorhauben ist in Gestalt...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Zur Autofarbenlehre : Färben Sie bitte vorsichtig! Von Tilman Allert 04. 2026, 14:14 Lesezeit: 3 Min.
Bildbeschreibung ausklappen Rauer Salbei rührt mich an: Gegen schimmernde Verdrängungsmotorhauben ist in Gestalt dieses Volvo XC40 Recharge Twin Pure Electric ein Kraut gewachsen. Mauritius Die Fahrbahn ist ein graues Band, das gilt seit je nicht nur auf der Autobahn. Heute kommen auch die Fahrzeuge in gedeckten Tönen daher.
Die Einzelheiten
Welche Tendenz des Zeitgeists bricht sich in der diskreten Farbwahl Bahn? Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Liegt es am Frühjahr, in dem das Auge wie von selbst auf alles Neue eingestellt ist, dass im Straßenverkehr plötzlich Farben auffallen, die man eher aus den Katalogen der Frühjahrsmodekollektionen kennt? Olivgrün, Salbei, Feldgrau, Wüstenbraun oder Jägerbraun, Koralle – eine Palette zarter Farben, die den Modellen zu einem Outfit mönchischer Zurückhaltung verhelfen, einer diskreten Eleganz, als hätten die Stillleben des Künstlers Giorgio Morandi Pate gestanden.
Farben eines Understatements, das weniger auffallen will und gerade darin auf sich aufmerksam macht. Unter das Schwarz, das Weiß und das Silbergrau, Farbklassiker, die sich in der Beliebtheit weiterhin auf den ersten Plätzen halten, mischen sich abgedimmte Töne. Im Gewimmel des Straßenverkehrs grenzen sie sich auch nach unten von der frechen Kühnheit des Grellen und Bunten ab.
Während knallige Farben beim Autokauf stets die Sache einer Minderheit bleiben, etwas für Exzentriker oder Leute, die ihren Wunsch nach Besonderheit demonstrativ vor sich hertragen, wirken die neuen Farben zurückgenommen, beinahe vorsichtig. Dabei ist auch die Wahl der Farbe der Launenhaftigkeit des Modischen unterworfen: dem Wechselspiel aus individueller Vorliebe und der Konvention, dem „keeping up with the Joneses“. Wer Moden folgt und dies oft gar nicht mitbekommt, erfährt davon meist erst im Nachhinein.
Was Experten sagen
Man schwimmt auf einer Welle, ohne von ihr zu wissen. Seit eh und je ist das Auto affektiv besetzt. Beim Kauf handelt es sich um eine Anschaffung, deren Kosten deutlich über das hinausgehen, was im Alltag beiläufig entschieden wird.
Dem Gang zum Händler gehen ausführliche technische, aber auch ästhetische Beratungen voraus. Da Einflüsterungen des Zeitgeistes unvermeidlich sind, erscheint es nicht abwegig, die moderne Farbpalette über eine Idee der Camouflage, der Tarnung, auf den Begriff zu bringen. Das Ensemble der Töne unterstreicht das Flüchtige, das der Begegnung im Straßenverkehr eigen ist.
Man nimmt sie wahr, ohne sie eigentlich zu bemerken. Das Unscheinbare liegt im Trend. Die unbewusste Wahrnehmung der Welt Denkt man diese Tendenz weiter, drängt sich der Gedanke an die viel beschworene „Zeitenwende“ auf, den Einzug des Militärischen in die unbewusste Wahrnehmung der Welt.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




