
Zweifel an drei Gesetzentwürfen: So subtil wäscht Carsten Schneider Katherina Reiche den Kopf
Zweifel an drei Gesetzentwürfen : So subtil wäscht Carsten Schneider Katherina Reiche den Kopf Von Christian Geinitz 05.05.2026, 06:16 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Zweifel an drei Gesetzentwürfen : So subtil wäscht Carsten Schneider Katherina Reiche den Kopf Von Christian Geinitz 05. 2026, 06:16 Lesezeit: 4 Min. Bildbeschreibung ausklappen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Umweltminister Carsten Schneider (SPD) während einer Pressekonferenz Ende März dpa Der Umweltminister kritisiert die Wirtschaftsministerin nicht offen, aber zwischen den Zeilen ist klar: Es gibt keine geeinte Klima- und Energiepolitik.
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Umweltminister Carsten Schneider (SPD) wirft seiner Kabinettskollegin Katherina Reiche (CDU) indirekt vor, nicht rechnen zu können und die Öffentlichkeit in der Energiepolitik an der Nase herumzuführen. Er tut das aber nicht frontal, sondern recht geschickt durch die Blume. Die Aussage der Wirtschaftsministerin stimme zwar, dass die erneuerbaren Energien bisher nur 20 Prozent der verbrauchten Energie in Deutschland bereitstellten, schreibt der für den Klimaschutz zuständige Minister in einem Gastbeitrag für die F.
Die Einzelheiten
„Dennoch führt die Rechnung in die Irre, denn sie bezieht sich nur auf den Primärenergiebedarf“, kontert Schneider, ohne Reiche direkt beim Namen zu nennen. Der Primärenergiebedarf umfasse auch gewaltige Umwandlungs- und Transportverluste, belehrt der Minister die Kollegin, „die nur dadurch entstehen, dass wir die ineffizienten Energieträger Kohle und Öl einsetzen“. Ein Verbrennungsmotor setze nur 25 bis 40 Prozent der eingesetzten Energie in Bewegung um, argumentiert Schneider.
„Elektrische Antriebe bringen 80 bis 90 Prozent auf die Straße. “ Zuvor hatte Reiche ebenfalls in dieser Zeitung darauf aufmerksam gemacht, dass erneuerbare Quellen inzwischen zwar mehr als die Hälfte des Bedarfs an Elektrizität deckten. Am deutschen „Gesamtenergieverbrauch“, also einschließlich etwa Verkehr und Wärme, betrage ihr Anteil jedoch nur ein Fünftel.
Tatsächlich ist die Aussage auch jenseits des von Schneider als irreführend bezeichneten Primärenergieverbrauchs korrekt. Die Internationale Energieagentur IEA, die EU und die Weltbank messen den Gesamtendenergieverbrauch TFEC oder den Bruttoendenergieverbrauch GFEC. Diese Betrachtungen blenden die Umwandlungsverluste der fossilen Erzeugung aus.
Selbst so berechnet zeigen die jüngsten Daten für die Erneuerbaren in Deutschland nur einen Anteil von maximal 22,5 Prozent. Reiche wird vorgeworfen, ihr jüngster „Hattrick“ von drei Gesetzentwürfen bremse die Energiewende aus. Dazu gehören die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) mit Abstrichen an der privaten Solarförderung, die Kraftwerksstrategie zum Bau neuer Gasanlagen als Erzeugungspuffer für Dunkelflauten sowie – drittens – das Netzpaket zum Anreiz für Solar-, Windparks und Speicher, sich dort anzusiedeln, wo ihr Strom wirklich abtransportiert werden kann.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





