
50. bachmannpreis: Ist Suizid ein Stilmittel?
50. bachmannpreis : Ist Suizid ein Stilmittel? Von Jan Wiele, Klagenfurt 28.06.2026, 17:15Lesezeit: 5 Min. Ausgezeichnet mit dem Bachmannpreis: Lena Schätte bei der Verleihung in KlagenfurtdpaIn Österreich muss man...
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Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: bachmannpreis : Ist Suizid ein Stilmittel? Von Jan Wiele, Klagenfurt 28. 2026, 17:15Lesezeit: 5 Min.
Ausgezeichnet mit dem Bachmannpreis: Lena Schätte bei der Verleihung in KlagenfurtdpaIn Österreich muss man gewisse Dinge immer wieder sagen: Die 50. Tage der deutschsprachigen Literatur standen teils im Zeichen der Retromanie. Aber es gab neben alten Liedern auch neue Töne.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Wenn der Bachmannpreis-Wettbewerb so etwas ist wie ein Song Contest der Literatur, wie öfter gesagt wurde, dann bietet sich ein einschlägiges Werk der Popkritik an, um seinen Zustand im fünfzigsten Jahr zu beschreiben: „Retromania“ von Simon Reynolds. Das spricht im Untertitel von einer Sucht nach der eigenen Vergangenheit, und diese Sucht machte sich auch an den diesmal vorgetragenen Texten sowie an den Diskussionen über sie bemerkbar. Die Klagenfurter Jurys scheinen, über alle Umbesetzungen hinweg, süchtig nach gewissen Textformen, die sie immer wieder auf die Bühne holen – etwa solche über das Sterben und den (Selbst-)Mord, bevorzugt in österreichischen Grenzregionen; prosalyrische Performancetexte mit Knalleffekten oder den sogenannten Bachmannpreis-Metatext, der auf ironische Weise vom Literaturbetrieb oder gar dem Wettbewerb selbst handelt.
Aber auch die Kritik hat einschlägige, immer wiederkehrende Refrains, seien es das Lob der Offenheit oder der Vorwurf der Geschlossenheit – wahlweise auch umgekehrt zu singen. Dabei sind sowohl Text als auch Kritik ähnlich wie die Literatur der Namenspatronin des Preises davon bedroht, im Zitat zu erstarren. -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.
bei Google bevorzugen Lieber einen Kaffee trinken? Die aktuelle Jury, großteils seit Jahren eingespielt, ist inzwischen auch schon zur Ironisierung ihrer selbst gewählten oder zugeschriebenen Rollen übergegangen: so etwa die ob ihrer nüchternen Kritik gern als „Eiskönigin“ bezeichnete Mara Delius, wenn sie eine Ästhetik betont als „kühl“ bezeichnete, oder Klaus Kastberger und Thomas Strässle in launigen Scharmützeln über die österreichische respektive Schweizer Literaturtradition und Brigitte Schwens-Harrant, wenn sie etwa auf ihre freundlich-deeskalierende Art sagte: „Ich setze mich jetzt mal dazwischen. “Mitten in der Jury-Diskussion: Thomas Strässle und Mara DeliusJohannes Puch/ORFPhilipp Tingler, der die Rolle des Bad Cop lange lustvoll gespielt hat, gab sich diesmal geläutert („Man hat mir gesagt, ich soll freundlicher sein“), nur um dann wieder leidenschaftlich in sie zurückzufallen – beim Vortrag von Kinga Tóth etwa gestand er, er wäre eigentlich lieber einen Kaffee trinken gegangen.
Mithu Sanyal blieb derweil ihrem radikal subjektiven Zugang zur Literaturkritik treu – schon in ihrer inzwischen zigfach gehörten Einleitung „Ich mochte an dem Text sehr …“. Eine Konfettiparade der Konvention? In Sachen Retromanie stellte sich naturgemäß öfter die Frage: Kann man das wirklich noch mal so bringen?
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





