
Abdullah Ibrahim ist tot
Jazzpianist und Anti-Apartheid-Ikone Abdullah Ibrahim ist tot Seine Musik gab Nelson Mandela in der Haft neuen Lebensmut, in seinen Kompositionen vermischte er Jazz mit afrikanischen Stilen: Nun ist der Pianist Abdullah...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Jazzpianist und Anti-Apartheid-Ikone Abdullah Ibrahim ist tot Seine Musik gab Nelson Mandela in der Haft neuen Lebensmut, in seinen Kompositionen vermischte er Jazz mit afrikanischen Stilen: Nun ist der Pianist Abdullah Ibrahim mit 91 Jahren gestorben. 15 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Audio steht in Kürze zur Verfügung In Kürze bereit X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X.
com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Abdullah Ibrahim (1934 - 2026) Foto: Peter Van Breukelen / Redferns / Getty Images Es war wohl keine Absicht, dass Abdullah Ibrahim 1974 eine der großen Anti-Apartheid-Hymnen schuf, als er 1974 mit ein paar Musikern in einem Studio in Kapstadt zusammenkam. Auf der Grundmelodie eines Songs des damals in Südafrika populären Mbaqanga-Stils spielte er einen federnden Soul-Jazz-Groove, zu dem seine Mitstreiter dann improvisierten. Als Titel wählte Ibrahim »Mannenberg«, den Namen einer 1966 gegründeten Siedlung, in die Südafrikas Apartheidbehörden viele People of Color zwangsumsiedelten.
Die Einzelheiten
Eine Aufnahme des Stücks wurde zu dem damals inhaftierten Nelson Mandela ins Gefängnis geschmuggelt; der berühmte Anti-Apartheids-Aktivist, so geht die Legende, soll darauf neuen Lebensmut gefasst haben. 1994, bei der Amtseinführung von Mandela als erster Schwarzer Präsident, spielte Ibrahim das inzwischen ikonische Lied noch einmal live für ihn. Bild vergrößern Ibrahim bei einem Konzert im Jahr 1977: Jazz und Widerstand Foto: Christian Rose / Roger Viollet / Getty Images Ibrahims Schaffen war zu weiten Teilen auch Reflexion zu den politischen Entwicklungen in seinem Heimatland.
Songtitel wie »Soweto« oder Albumtitel wie »Cape Town Flower« waren Selbstversicherung für die rassistisch unterdrückten Schwarzen in Südafrika – und brachten zugleich den Kampf gegen die Apartheid einem großen internationalen Jazzpublikum nahe. Bereits unter dem Namen Dollar Brand war der 1934 in Kapstadt geborene Pianist, Saxofonist und Flötist Ende der Fünfzigerjahre zu einer internationalen Größe avanciert. Sein bürgerlicher Name lautete Adolph Johannes Brand.
Den frühen Spitznamen bekam er von amerikanischen Matrosen, denen er als Teenager Jazzplatten abzukaufen versuchte. Mit seinem ebenfalls bald weltweit erfolgreichen Kollegen Hugh Masekela an der Trompete spielte er zuerst in der Formation Jazz Epistles einen südafrikanisch geprägten Bebop, der auch Cape-Jazz genannt wurde. Mehr zum Thema Zum Tod des Jazzmusikers Sonny Rollins: Keiner liebte das Risiko wie er Ein Nachruf von Christian Buß 1962 wanderte er nach Zürich aus, drei Jahre später ging er nach New York.
Dort arbeitete er mit Größen wie John Coltrane, Ornette Coleman oder Elvin Jones zusammen. Unter seinem späteren Namen Abdullah Ibrahim vermischte er später modern Jazz mit verschiedenen traditionellen oder popkulturellen afrikanischen Spielarten.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





