
Anwältin über Emotionen vor Gericht: »Ich darf mich von Gefühlen nicht überwältigen lassen«
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Zur Merkliste hinzufügen X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Sie können den Artikel leider nicht mehr aufrufen.
Der Link, der Ihnen geschickt wurde, ist entweder älter als 30 Tage oder der Artikel wurde bereits 10 Mal geöffnet. »Als ich Richterin wurde, kam ich gerade aus der Elternzeit zurück. Tagsüber entschied ich über jugendliche Straftäter, hörte von zerrütteten Familien, von Kindern, die nie wirklich Kind sein durften.
Die Einzelheiten
Abends saß ich auf dem Wohnzimmerteppich, sah mein Kind behütet spielen und dachte: Warum haben manche so viel Glück und andere so wenig? Im Jugendstrafrecht lernt man die Angeklagten sehr genau kennen. Man schaut auf die Familie, die Brüche im Lebenslauf, auf das, was gefehlt hat.
Ich habe viele Jugendliche erlebt, die nie einen festen Ankerpunkt hatten. Die als Kinder weitergereicht wurden, die früh gelernt haben, dass Verlässlichkeit nichts Selbstverständliches ist. SPIEGEL WISSEN 1/2026 Wie fühlst du dich?
Gefühle zeigen uns, was wir brauchen. Doch wie geht man gut mit ihnen um? SPIEGEL WISSEN hilft dabei, die eigene emotionale Kompetenz zu verbessern.
Was Experten sagen
Ausgabe digital lesen Direkt im SPIEGEL Shop bestellenBei Amazon bestellen Klar geht einem das nahe, gerade wenn man selbst ein Kind hat. Im Gerichtssaal allerdings musste ich all das ausblenden. Meine Aufgabe war es, neutral zu sein, unparteiisch, gerecht.
Wer, wenn nicht ich, sollte objektiv bleiben? Natürlich gab es Fälle, die schwer auszuhalten waren: Schilderungen von Gewalt. Verletzungen, Missbrauch.
Aber ich bin ein rationaler Mensch und habe gelernt, meine Emotionen zu kontrollieren. Ich kann im Gerichtssaal nicht anfangen zu weinen oder wütend werden. Vielleicht ist das die eigentliche Kunst in meinem Beruf: nah genug dran zu sein, um Menschen zu verstehen – und gleichzeitig weit genug entfernt, um gerecht zu bleiben.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





