
August Wolters: Teilverbot? Das gab es schon mal
August Wolters : Teilverbot? Das gab es schon mal Von Markus Wehner, Erfurt 17.07.2026, 07:18Lesezeit: 4 Min. Der rheinland-pfälzische Innenminister August Wolters im Mai 1969 mit Landwirtschaftsminister Otto Mayer,...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. August Wolters : Teilverbot? Das gab es schon mal Von Markus Wehner, Erfurt 17. 2026, 07:18Lesezeit: 4 Min.
Der rheinland-pfälzische Innenminister August Wolters im Mai 1969 mit Landwirtschaftsminister Otto Mayer, Ministerpräsident Helmut Kohl und Wirtschaftsminister Hanns Neubauer, in der zweiten Reihe stehen Kultusminister Bernhard Vogel, Justizminister Fritz Schneider, Sozialminister Heiner Geißler und Finanzminister Hermann Eicher. Picture AllianceVor 66 Jahren löste ein CDU-Innenminister in Rheinland-Pfalz einen rechtsextremen Landesverband auf – ein Fall, der heute kaum noch bekannt ist. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Ein deutscher Landesinnenminister verbietet eine rechtsextreme Partei in seinem Bundesland.
Die Einzelheiten
Vor 66 Jahren fand genau das statt. Der Mann hieß August Wolters und war CDU-Politiker. In den Jahren der Weimarer Republik war er Mitglied der katholisch geprägten Zentrumspartei und christlicher Gewerkschafter gewesen.
Nach dem Krieg gründete er mit anderen die CDU in Trier, seit 1948 war Wolters mehr als zehn Jahre Landtagspräsident in Mainz, bevor er 1959 Innenminister von Rheinland-Pfalz wurde. Januar 1960 löste er den Landesverband Rheinland-Pfalz der rechtsextremen Deutschen Reichspartei (DRP) auf. Auch der „Jungen Kameradschaft“, der Jugendorganisation der Partei, wurde jede weitere Tätigkeit untersagt.
In der aktuellen Debatte über ein Teilverbot der AfD, etwa des Landesverbands Thüringen unter Björn Höcke, wird öfters behauptet, dass es ein solches Verbot in einem Bundesland noch nie gegeben habe. Doch der Fall zeigt, dass das so nicht stimmt. -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.
Was Experten sagen
bei Google bevorzugen Wie kam es zum Verbot der DRP in Rheinland-Pfalz? Nachdem 1952 die Sozialistische Reichspartei (SRP), die sich in der Tradition der NSDAP sah, vom Bundesverfassungsgericht verboten worden war, beschloss das Bundeskabinett ein Jahr später auf Vorschlag von Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU), auch gegen die Deutsche Reichspartei ein Verbot zu beantragen. Adenauer hatte in einer Wahlkampfrede die DRP für verfassungsfeindlich erklärt, die wehrte sich dagegen mit einer einstweiligen Verfügung; es kam zu einem Vergleich.
Unter dem Eindruck des drohenden Verbots bemühte sich die DRP, sich demokratisch zu geben und beschloss, Mitglieder auszuschließen, wenn sie „gegen die im Grundgesetz festgelegten Grundrechte demokratischer Ordnung“ verstoßen. Bundesinnenminister Gerhard Schröder (CDU) teilte der DRP mit, dass er einstweilen Abstand von einem Verbotsantrag gegen die Partei nehme. Hakenkreuze an der Kölner SynagogeDiese Haltung änderte sich mit dem 24.
An Heiligabend schmierten zwei Mitglieder der DRP Hakenkreuze und antisemitische Parolen auf die Wände der Kölner Synagoge, der Vorfall erregte großes Aufsehen.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





