
BayWa: Kriselnder Agrarkonzern braucht mehr Zeit für Sanierung
Probleme bei Energietochter Kriselnder Agrarkonzern BayWa braucht mehr Zeit für Sanierung Ein missglückter Verkauf, mögliche Untreue: Die Liste der Probleme im BayWa-Konzern ist lang. Nun soll sich die Lage später...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Probleme bei Energietochter Kriselnder Agrarkonzern BayWa braucht mehr Zeit für Sanierung Ein missglückter Verkauf, mögliche Untreue: Die Liste der Probleme im BayWa-Konzern ist lang. Nun soll sich die Lage später bessern als geplant. Und die Großaktionäre machen schmerzhafte Zugeständnisse.
26 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (5 Minuten) 5 Min X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern BayWa-Markt in Bayern: Neue Schwierigkeiten Foto: Frank Hoermann / Sven Simon / picture alliance Der unter Milliardenschulden ächzende Agrarhandels- und Mischkonzern BayWa muss seinen Sanierungsfahrplan um zwei Jahre verlängern.
Die Einzelheiten
Anstelle der erhofften finanziellen Gesundung bis Ende 2028 gehen Vorstand und Aufsichtsrat nun davon aus, dass die Sanierung erst Ende 2030 abgeschlossen werden kann. Dementsprechend sollen auch die Bankkredite um zwei Jahre verlängert werden, die BayWa bei ihren hohen Zinszahlungen entlasten sollen. Darauf hat sich der Vorstand mit den Gläubigerbanken und den beiden Großaktionären im Grundsatz verständigt, wie das Unternehmen mitteilte.
Bis Herbst soll eine neue Sanierungsvereinbarung erstellt werden. Die aus der Genossenschaftsbewegung hervorgegangene BayWa aus München ist für Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung vorwiegend im Süden und Osten Deutschlands wichtig: Das 1923 gegründete Unternehmen kauft einerseits die Ernten an und beliefert die Bauern andererseits mit Saatgut, Dünger und Landmaschinen. Die Krise ist Folge einer auf Kredit finanzierten und schlussendlich missglückten Expansion auf den internationalen Agrarmärkten im vergangenen Jahrzehnt.
Abgesehen von der Sanierung hat die Krise auch strafrechtliche Folgen: Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere ehemalige Vorstände, teils wegen Verdachts einer geschönten Konzernbilanz 2023, teils wegen möglicher Untreue. Banken und Großaktionäre ringen sich Zugeständnisse abBei der Sanierung erklären sich nun sowohl die Gläubigerbanken als auch die beiden Großaktionäre – das sind die Beteiligungsgesellschaften der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken und der österreichischen Genossenschaften – zu potenziell schmerzhaften Opfern bereit. Die zwei Großaktionäre sollen ihren BayWa-Anteil von zusammen gut 67 Prozent an einen Treuhänder übertragen.
Nur für den Fall, dass die beiden Gesellschaften im Jahr 2029 mindestens 220 Millionen Euro für eine Kapitalerhöhung zur Verfügung stellen, sollen sie die Papiere zurückbekommen – anderenfalls darf der Treuhänder das Aktienpaket verkaufen. Die Banken wiederum wollen 700 Millionen Euro BayWa-Kredite in ein »Nachranginstrument« umwandeln. Falls auch der geplante neue Sanierungsfahrplan missglückt, würde das bedeuten, dass die Forderungen anderer Gläubiger Vorrang vor dem Anspruch der Banken auf diese 700 Millionen Euro hätten.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





