
Bericht über Bosnienkrieg: Haben reiche Ausländer in Sarajevo wirklich Menschen gejagt?
Bericht über Bosnienkrieg : Haben reiche Ausländer in Sarajevo wirklich Menschen gejagt? Von Michael Martens, Sarajevo 25.06.2026, 15:17Lesezeit: 8 Min. Im Bosnienkrieg wurden die Bürger von Sarajevo von Heckenschützen...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Bericht über Bosnienkrieg : Haben reiche Ausländer in Sarajevo wirklich Menschen gejagt? Von Michael Martens, Sarajevo 25. 2026, 15:17Lesezeit: 8 Min.
Im Bosnienkrieg wurden die Bürger von Sarajevo von Heckenschützen unter Feuer genommen. Unser Bild stammt aus dem Juni 1992. Damit ist die Geschichte der „Sarajevo-Safari“ indes nicht erzählt.
Die Einzelheiten
AFPDie Geschichte der angeblichen „Sarajevo-Safari“, bei der reiche Ausländer zum Spaß Zivilisten getötet hätten, erregt weltweit Aufsehen. Sie speist sich in ihrem Kern allerdings aus äußerst fragwürdigen Quellen. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Hunderte reicher Männer reisen in ein Kriegsgebiet und zahlen viel Geld, um zum Spaß wehrlose Zivilisten zu töten: Das ist die Geschichte der „Sarajevo-Safari“, wie sie seit einigen Monaten von vielen Medien verbreitet wurde.
Schauplatz der Schauergeschichte ist die Hauptstadt von Bosnien-Hercegovina, die von 1992 bis Ende 1995 von Truppen des später vom Kriegsverbrechertribunal zu lebenslanger Haft verurteilten bosnisch-serbischen Generals Ratko Mladić belagert wurde. Belegt ist: Mehr als 10. 000 Einwohner Sarajevos kamen durch den jahrelangen, systematischen Beschuss der Stadt ums Leben.
Besonders gefürchtet waren die Scharfschützen, die auf den Höhen der in einem Talkessel gelegenen Stadt lauerten. Doch die vermeintlichen Enthüllungen der vergangenen Monate gehen noch viel weiter: Reiche, weiße Männer, denen die Großwildjagd in Afrika zu fad geworden war, sollen sich beim Töten von Menschen in Bosnien einen neuen Kick geholt haben. So ist es in Hunderten Berichten zu lesen.
Was Experten sagen
-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen In vielen Veröffentlichungen werden drei entscheidende Quellen für die Geschichte angegeben. Zunächst der Film „Sarajevo Safari“ des slowenischen Regisseurs Miran Zupanič aus dem Jahr 2022.
Dem folgte 2026 das Buch „I cecchini del weekend“ (Die Wochenend-Scharfschützen) des italienischen Thrillerautors Ezio Gavazzeni. Ebenfalls 2026 legte der kroatische Autor Domagoj Margetić ein Buch zu dem Thema vor: „Plati i pucaj“ (Zahle und schieße) heißt es. Bei einem genaueren Blick bleibt von den Quellen wenig übrigNur: Keines dieser drei Werke hält in Bezug auf seine Quellentauglichkeit auch nur annähernd einer kritischen Prüfung stand.
Wer den Film sieht und die Bücher liest, weiß danach ziemlich genau: nichts. Der Skandal der reichen Menschenjäger wird in diesen Werken zwar herbeigeraunt, aber nicht belegt oder plausibel erläutert. Dass Zupanič, Gavazzeni und Margetić in vielen Medienberichten als „Investigativjournalisten“ auftauchen, rechtfertigt ihre Arbeit jedenfalls nicht.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





