
Bundeswehr in Litauen: Streit um Schutz jüdischen Partisanenlagers bei Vilnius
Bundeswehr in Litauen Linkenabgeordnete wirft Bundesregierung Versagen beim Schutz eines ehemaligen jüdischen Partisanenlagers vor Litauen lehnt laut SPIEGEL-Informationen den Schutz einer historischen Stätte auf dem...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Bundeswehr in Litauen Linkenabgeordnete wirft Bundesregierung Versagen beim Schutz eines ehemaligen jüdischen Partisanenlagers vor Litauen lehnt laut SPIEGEL-Informationen den Schutz einer historischen Stätte auf dem künftigen Truppenübungsplatz der Bundeswehr bei Vilnius ab. Die Linke sieht die Glaubwürdigkeit deutscher Erinnerungspolitik beschädigt. 41 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (3 Minuten) 3 Min X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Lea Reisner (Die Linke), MdB und Sprecherin für Internationale Beziehungen ihrer Fraktion Foto: Michael Kappeler / dpa Die Linken-Bundestagsabgeordnete Lea Reisner hat der Bundesregierung vorgeworfen, den Schutz eines ehemaligen jüdischen Partisanenlagers im Wald von Rūdninkai in Litauen nicht ausreichend durchgesetzt zu haben. Anlass ist die Stationierung der deutschen »Brigade Litauen« auf einem Truppenübungsplatz, auf dem sich die historische Stätte befindet .
Die Einzelheiten
Reisner bezeichnet das frühere Partisanenlager bei Rūdninkai als einen der letzten erhaltenen Orte des jüdischen antifaschistischen Widerstands gegen die deutsche Besatzung und als historisch bedeutenden Erinnerungsort. Angesichts erstarkender rechter und geschichtsrevisionistischer Tendenzen in Europa müsse der Erhalt eines solchen Ortes selbstverständlich sein, so die für Internationale Beziehungen zuständige Sprecherin ihrer Fraktion. Die Bundesregierung hatte im Dezember 2025 erklärt, sie habe sich gegenüber Litauen für den Schutz des Geländes eingesetzt.
Umso enttäuschender sei es, so Reisner, dass die Bundesregierung offenbar nicht in der Lage gewesen sei, diesen Anspruch wirksam durchzusetzen. Linke will Aufklärung verlangenDie Abgeordnete kündigte an, von der Bundesregierung »mit Nachdruck« Aufklärung zu verlangen, wie sie auf die ablehnende Haltung der litauischen Seite reagiere und warum ihr Einsatz für das Gelände »ins Leere gelaufen« sei. Wer Erinnerungsorte des jüdischen und antifaschistischen Widerstands preisgebe, verspiele nicht nur historische Verantwortung, sondern beschädige auch die Glaubwürdigkeit jeder ernst gemeinten Erinnerungspolitik, so Reisner.
Mehr zum Thema Historisch vermintes Gelände: Warum jüdische Partisanen in Litauen als Staatsfeinde gelten Aus Vilnius berichtet Solveig Grothe Das zuständige litauische Kulturministerium hält eine Schutzwürdigkeit des ehemaligen Partisanenlagers nicht für gegeben, berichtet der SPIEGEL . Wie die Behörde mitteilte, seien die Bauten zu Sowjetzeiten für Propagandazwecke »rekonstruiert« worden und damit »nicht authentisch«. Als Propagandabau falle die historische Stätte unter das litauische Verbot der »Förderung totalitärer und autoritärer Regime und ihrer Ideologie«.
Demnach »könnte es potenziell als öffentliches Objekt entfernt werden«.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





