
cloud statt Uniserver: Können US-Geheimdienste bald auf deutsche Bibliotheksdaten zugreifen?
cloud statt Uniserver : Können US-Geheimdienste bald auf deutsche Bibliotheksdaten zugreifen? Von Roland Reuß 25.06.2026, 12:39Lesezeit: 5 Min. Blick in den Lesesaal des Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrums in Berlinpicture...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. cloud statt Uniserver : Können US-Geheimdienste bald auf deutsche Bibliotheksdaten zugreifen? 2026, 12:39Lesezeit: 5 Min. Blick in den Lesesaal des Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrums in Berlinpicture alliance / ZBEinige Bibliotheken stellen derzeit ihre Software auf Cloudlösungen um.
Offenbar machen sie sich keine Gedanken um den Schutz der Nutzerdaten vor politischen Zugriffen. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Zettelkästen in Bibliotheken waren vergleichsweise harmlos – jedenfalls die meiste Zeit. Wenn der Kontext politisiert war, konnten sie schon einmal als Mittel zu anderen Zwecken als dem Auffinden von Büchern verwendet werden.
Die Einzelheiten
So markierte die Universitätsbibliothek Heidelberg in den Dreißigerjahren „zersetzendes Schrifttum“ (etwa die Schriften Sigmund Freuds, Erich Maria Remarques oder Franz Kafkas) mit einem eigens angefertigten „Separata“-Stempel. Die Wirkung auf Nichtprivilegierte war – analog der „Spezbuch“-Liste der sowjetischen Leninbibliothek – prohibitiv. Man überlegte sich gründlich, ob man wirklich in den Lesesaal wollte und dem Amte durch Lektüre indizierter Werke persönlich bekannt werden wollte.
Heute ist die technische Situation eine andere. An die Stelle der Karteikarten im Zettelkatalog sind Datenbanken getreten. Meist arbeiten sie bibliotheksübergreifend im Verbund und greifen nicht selten auf amerikanische Software zurück.
Bis in jüngere Zeit geschah das, wenn man Glück hatte, noch außerhalb der sogenannten Cloud auf Unix-Servern der angeschlossenen Rechenzentren, die Universitäten oder direkt dem Land unterstanden. Neben der Verwaltung der Bücher administrieren sie zudem Leser („Benutzer“), und sehr häufig, wenn nicht gar in der Regel, wohl auch deren Recherche- und Ausleihverhalten. Vorgeblich aus Sicherheitsgründen gesetzte „Cookies“ dienen meist diesem Zweck – der Anlage einer „temporär“ gespeicherten Suchhistorie.
Was Experten sagen
-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Was ein Bibliotheksprofil verraten kann„Wohl“ schreibe ich hier, weil die Bibliotheken die Frage, wie der Benutzer umgekehrt wissen kann, was die Bibliotheken über ihn wissen – allen Transparenzschwüren zum Trotz –, nie offen beantworten. Neben dem objektivierten Abgrund des personalisierten Amazon-Kontos (das betrifft mehr oder weniger alle) dürfte aber bei wissenschaftlich arbeitenden Menschen ein Bibliotheksprofil das Interessanteste sein, was man über sie wissen kann.
Wonach recherchiert jemand? Wie lange sind die Bücher bei ihm? All das ist auf dem Markt der Informationen und der Dienste eine Menge wert.
Nicht ohne Weiteres einsehbar: Zettelkästen aus dem Nachlass von Hans Blumenberg in MarbachDLA MarbachVor Kurzem standen nun diesbezüglich Entscheidungen für viele Bibliotheken an.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





