
Emanuel Lasker: Deutscher Schachweltmeister bekommt endlich ein Stück seiner Würde zurück
Emanuel Lasker Der einzige deutsche Schachweltmeister floh vor den Nazis. Nun bekommt er ein Stück seiner Würde zurück Emanuel Lasker ist bis heute der einzige deutsche Schachweltmeister. 1933 jagten ihn die Nazis aus...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Emanuel Lasker Der einzige deutsche Schachweltmeister floh vor den Nazis. Nun bekommt er ein Stück seiner Würde zurück Emanuel Lasker ist bis heute der einzige deutsche Schachweltmeister. 1933 jagten ihn die Nazis aus dem Land, nahmen ihm seine Staatsbürgerschaft und die Doktorwürde.
Jetzt, 87 Jahre später, reagiert seine Universität. 31 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (5 Minuten) 5 Min X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X.
Die Einzelheiten
com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Emanuel Lasker 1923 bei einer Schachanalyse Foto: Kamerareportage / TT / picture alliance Wenn man an die großen Schachweltmeister zurückdenkt, dann erinnert man an sich an Namen wie Bobby Fischer, Garri Kasparow oder – noch recht aktuell – an Magnus Carlsen. Der Spieler, der den Titel am längsten hielt, war jedoch Emanuel Lasker, der bis heute einzige deutsche Schachweltmeister. Von 1894 bis 1921 hielt er den Titel, schier ewige 27 Jahre.
Doch auf große Erfolge folgten in Deutschland große Ungerechtigkeiten: Lasker musste wegen der Judenverfolgung vor den Nazis fliehen, sie entzogen ihm seine Staatsbürgerschaft, wollten ihm dann auch seinen Doktortitel aberkennen. 87 Jahre später hat Laskers Universität nun mit dieser Ungerechtigkeit aufgeräumt. Aber von Beginn an: Lasker wurde 1868 in Berlinchen im heutigen Polen in eine jüdische Familie geboren, ging später in Berlin aufs Gymnasium, studierte Mathematik in Göttingen.
1894 besiegte er Wilhelm Steinitz im WM-Duell in den USA und Kanada und wurde der zweite Schachweltmeister der Geschichte. Sechs Jahre später promovierte Lasker an der Universität Erlangen. Für Schachturniere reiste er durch die Welt, doch es zog ihn am Ende immer wieder nach Deutschland.
Was Experten sagen
Als die Nazis an die Macht kamen, floh Lasker über die Niederlande, London und Moskau nach New York. 1938 nahmen ihm die Nazis die deutsche Staatsbürgerschaft weg, ein Jahr später entzog die Universität Erlangen ihm seinen Doktortitel. Mit Verweis auf seine Ausbürgerung hieß es damals: »Lasker ist demnach das Tragen eines deutschen akademischen Grades unwürdig«.
Jahrzehntelang blieb es dabei, dann setzte sich nun unter anderem Berliner Schachspieler Rolf-Dietrich Beran dafür ein, der Ungerechtigkeit entgegenzutreten. Bild vergrößern Schachweltmeister Lasker Foto: akg-images / picture alliance Am 11. Juli hat die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg reagiert: Die Verabschiedung ihrer diesjährigen Promovierten nahm die Universität zum Anlass, die Unrechtmäßigkeit mehrerer ideologisch motivierter Depromotionen durch einen Beschluss der Fakultätsräte und des Senats zu unterstreichen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




