
Friedenspreis Philippe Sands: Ein Kämpfer gegen die Anmaßungen der Macht
Friedenspreis Philippe Sands : Ein Kämpfer gegen die Anmaßungen der Macht Von Oliver Weber 25.06.2026, 12:49Lesezeit: 3 Min. Neuer Friedenspreisträger: der französisch-britische Jurist und Sachbuchautor Philippe...
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Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Friedenspreis Philippe Sands : Ein Kämpfer gegen die Anmaßungen der Macht Von Oliver Weber 25. 2026, 12:49Lesezeit: 3 Min. Neuer Friedenspreisträger: der französisch-britische Jurist und Sachbuchautor Philippe SandsSamuel Kirszenbaum/BörsenvereinPhilippe Sands deckte Folterpläne in Guantánamo auf, verteidigte Deportierte vor dem Internationalen Gerichtshof und forderte, „Ökozid“ als Straftat zu ahnden.
Im Oktober wird er dafür mit dem Friedenspreis geehrt. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App „Einen Fall darlegen heißt eine Geschichte erzählen“, schreibt Philippe Sands in seinem 2023 erschienenen Buch „Die letzte Kolonie“. Die juristische Subsumtion ist für ihn nur eine Seite dessen, um was es in einem Gerichtsverfahren geht.
Die Einzelheiten
Hinzu kommt der Gegenstand, das Geschehnis, das möglichst sinnfällig werden muss, um das begangene Unrecht ins Bewusstsein zu heben. Eine Plädoyertechnik, die sich für den Menschenrechtsanwalt keineswegs auf den Gerichtssaal beschränkt: Die meisten von Sands’ Büchern, für die der Genrebegriff „erzählendes Sachbuch“ wie geschaffen scheint, bewegen sich gekonnt im Grenzgebiet von Rechtsgeschichte, Roman und universalistischer Fürsprache. In „Die letzte Kolonie“ geht es um Chagos, ein Archipel im Indischen Ozean, der seit dem 16.
Jahrhundert ein Spielball wechselnder imperialer Mächte ist. Von den Portugiesen entdeckt, übten zwischenzeitlich Frankreich und schließlich die Briten die Hoheit über das kleine Gebiet aus. Als Mauritius, zu dem es gehörte, 1968 selbständig wurde, sollte die Emanzipation eigentlich auch für Chagos gelten.
Doch die Briten hatten andere Pläne: Sie gliederten den Archipel schon vorher aus und nutzten ihn als Unterpfand, um Teile an die USA zu verpachten, die dort Militär stationierten. 1967 gingen die Briten noch einen Schritt weiter und deportierten sämtliche Inselbewohner aus ihrer Heimat. -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.
Was Experten sagen
bei Google bevorzugen Der Ohnmacht zum Recht verhelfenSands schildert das Schicksal der Betroffenen, die sich mit Protesten an die Medien und Klagen an die Gerichte wandten. Es begann ein auf vielen Ebenen geführter juristischer und öffentlicher Kampf, in dem sich das Dilemma des Völkerrechts spiegelt: Die blanke Macht kann binnen weniger Stunden Tatsachen schaffen, gegen deren Wirkungen mehrere Generationen viele Jahrzehnte ankämpfen müssen, ohne sich des Erfolges gewiss zu sein. 2019 entscheidet der Gerichtshof in Den Haag, dass Großbritannien widerrechtlich gehandelt hat und die Besetzung Chagos’ beenden muss.
Doch die britische Regierung missachtet den Beschluss zunächst und bleibt bei ihrer ursprünglichen, fadenscheinigen Argumentation – als hätte es die vielen Verhandlungen nie gegeben. Erst vor einem Jahr unterzeichnete Großbritannien ein völkerrechtskonformes Rückgabeabkommen. Sands, der in seinem Buch das begangene Unrecht und den Kampf dagegen erzählt, trat selbst als Anwalt mancher Chagossianer und als Vertreter Mauritius’ auf.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





