
Genozid in Ruanda: Bundesanwaltschaft nimmt mutmaßlichen Massenmörder fest
Genozid in Ruanda Bundesanwaltschaft nimmt mutmaßlichen Massenmörder fest Er soll in Ruanda an der Tötung von 25 Menschen beteiligt gewesen sein und lebte nach SPIEGEL-Informationen jahrelang unbehelligt in Deutschland....
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Genozid in Ruanda Bundesanwaltschaft nimmt mutmaßlichen Massenmörder fest Er soll in Ruanda an der Tötung von 25 Menschen beteiligt gewesen sein und lebte nach SPIEGEL-Informationen jahrelang unbehelligt in Deutschland. Nun verhafteten Ermittler im Main-Kinzig-Kreis einen 58-Jährigen. 50 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (2 Minuten) 2 Min X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Bundesanwaltschaft in Karlsruhe Foto: Christoph Schmidt / dpa Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde.
Die Einzelheiten
Mehr als 30 Jahre nach dem Genozid an der Volksgruppe der Tutsi in Ruanda hat Generalbundesanwalt Jens Rommel in Hessen einen mutmaßlichen Massenmörder verhaften lassen. Das teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Demnach erfolgte die Festnahme am Morgen im Main-Kinzig-Kreis.
Bei dem Beschuldigten handelt es sich den Angaben zufolge um den aus Ruanda stammenden Innocent S. , einen Angehörigen der Volksgruppe der Hutu. Nach Ermittlungen der Bundesanwaltschaft soll sich der heute 58-Jährige 1994 als Assistent eines Bürgermeisters in der ruandischen Präfektur Gisenyi aktiv am Völkermord beteiligt haben.
Ein Priester unter den OpfernDen Ermittlungen zufolge soll er vor dem Genozid seine Autorität genutzt haben, um zur Vernichtung von Angehörigen der Minderheit der Tutsi in seiner Gemeinde anzustacheln. Zudem wird ihm vorgeworfen, er habe »Todeslisten« anlegen lassen und die Ermordung von 25 Tutsi angeordnet. In einem Fall soll der Beschuldigte demnach selbst einem Opfer die Brust aufgeschnitten haben.
Was Experten sagen
Nach SPIEGEL-Informationen gehörte zu den Ermordeten auch ein leitender Priester der örtlichen Pfarrgemeinde. Mehr zum Thema Dieser Fotograf zeigt: Ruanda ist mehr als der Völkermord Von Carolin Martz Unicef-Gesandter über den Krieg im Sudan: »Vieles erinnert mich an den Völkermord in Ruanda« Ein Interview von Susanne Koelbl und Maximilian Popp Die Frau, die dem IS entkam: "Ich empfand gar nichts mehr" Von Katrin Kuntz Laut den Ermittlungen floh der Beschuldigte im Juli 1994 zunächst in den Kongo; nach SPIEGEL-Recherchen hielt er sich offenbar seit Anfang der Nullerjahre in Hessen auf. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm Beteiligung am Völkermord und Mord in 25 Fällen vor.
Der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs muss nun über den Haftbefehl gegen Innocent S. Seine Verteidigung war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Während des Genozids von 1994 wurden in Ruanda binnen weniger Monate rund Hunderttausende Angehörige der Minderheit der Tutsi von radikalen Hutu ermordet.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





