
Genschere gegen Krebs: Schreddermaschine fürs Genom
Genschere gegen Krebs : Schreddermaschine fürs Genom Von Vincent Boger 25.06.2026, 14:24Lesezeit: 2 Min. Im Labor werden unterschiedliche Genscheren sukzessive weiterentwickelt.Foto dpaGenscheren sollen präzise...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Genschere gegen Krebs : Schreddermaschine fürs Genom Von Vincent Boger 25. 2026, 14:24Lesezeit: 2 Min. Im Labor werden unterschiedliche Genscheren sukzessive weiterentwickelt.
Foto dpaGenscheren sollen präzise arbeiten, um defektes Erbgut zu korrigieren. Forscher haben daraus ein Werkzeug hergestellt, das unerwünschte Zellen schreddert – und so Krebszellen eliminiert. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die Werkzeuge der Gentechniker, die sie für ihre Eingriffe in die DNA verwenden, werden immer ausgefeilter.
Die Einzelheiten
Eine neue Variante der Genschere CRISPR verwendet das Enzym Cas12a2. Während das gewöhnliche CRISPR-Cas9-System die vorgesehenen Abschnitte der DNA präzise schneidet, zerstört Cas12a2 systematisch alle RNA und DNA am Zielort. Wie Wissenschaftler der University of Utah, des Würzburger Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung und Akribion Therapeutics in „Nature“ berichten, können damit von Krebs oder Viren befallene Zellen abgetötet werden, ohne gesunde Zellen zu schädigen.
Erstmals beschrieben wurde die Funktion des aus Bakterien stammenden Cas12a2 Anfang 2023. Die Wissenschaftler beobachteten, dass das System aus CRISPR und dem zugehörigen Enzym Cas12a2 zwar wie bei den anderen Varianten auch mithilfe der programmierbaren Leit-RNA zu einer spezifischen Stelle im Genom gelangt, dort aber nicht wie erwartet präzise schneidet. Stattdessen verändert das Enzym seine Struktur am Zielort sehr stark, sodass eine Spalte im Protein frei liegt, mit der es jegliche RNA sowie DNA in der Umgebung unkontrolliert spaltet.
Dadurch entstehen Schäden im Erbgut, wodurch die von Viren infizierten Bakterienzellen erst aufhören zu wachsen und letztlich absterben. -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen „Die Einzigartigkeit von Cas12a2 liegt darin, dass es nach der Aktivierung überall im Erbgut Schnitte verursacht“, erklärt Chase Beisel, einer der Autoren der Studie.
Was Experten sagen
Bisher wurde die neue Genschere nur in Bakterien getestet, da sich laut Beisel die gezielte Abtötung von menschlichen Zellen als schwieriger erweist. Schneidet eine Genschere die DNA an einer einzigen Stelle, wird sie normalerweise durch verschiedene Reparaturmechanismen der Zellen wieder zusammengefügt. Das ist bei Cas12a2 nicht mehr möglich.
Das schreddernde Enzym soll dennoch medizinisch genutzt werden. In der Studie erprobten die Wissenschaftler drei Anwendungsgebiete: die Zerstörung von mit Viren infizierten Zellen und Krebszellen sowie von Zellen, die einer vorherigen Genomeditierung entgangen sind. Als Versuchsobjekt nutzte man mit Humanen Papillomviren infizierte Zellen.
Eine Leit-RNA führt die Genschere zu den mit Viren infizierten Zellen und zerstört das Erbmaterial, ohne gesunde Zellen zu beschädigen. Mehr zum Thema Agrar-ExperimenteNeue Nutzpflanzen auf dem Acker dank Genschere?
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





