
Hoffnung auf Reform-Erfolg: Beschwingte Renten-Reformer
Hoffnung auf Reform-Erfolg : Beschwingte Renten-Reformer Von Ralph Bollmann 27.06.2026, 11:02Lesezeit: 6 Min. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Innenminister Alexander Dobrindt (CSU,...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Hoffnung auf Reform-Erfolg : Beschwingte Renten-Reformer Von Ralph Bollmann 27. 2026, 11:02Lesezeit: 6 Min. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Innenminister Alexander Dobrindt (CSU, von links) vor der Villa BorsigOmer MessingerDie Koalition sonnt sich im Erfolg ihrer Rentenreform.
Jetzt soll es im gleichen Stil weitergehen. Wenn es nur so einfach wäre. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App So euphorisch, so harmonisch hatte man die beiden nie gesehen, die lange als die entgegengesetzten Pole in der Regierung galten.
Die Einzelheiten
Da ist auf der einen Seite ein Kanzler, der vielen als ein Mann gilt, der die Arbeitnehmer im Land für gut bezahlte Faulpelze hält. Und da ist auf der anderen Seite eine Arbeitsministerin, die sich zuletzt das Image einer Reformverweigerin erarbeitet hatte. Der eine wurde von Gewerkschaftern ausgebuht, die andere von Arbeitgebern ausgelacht.
Und jetzt das: Da sitzen die beiden vor ein paar Tagen im Pressesaal des Kanzleramts, ganz berauscht von ihrer neuen Einigkeit. Eine „geniale Idee“ nennt Friedrich Merz den Vorschlag seiner Alterssicherungskommission, innerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung einen Kapitalstock für künftige Ruheständler aufzubauen. Auch wenn das die Lohnnebenkosten, die der Kanzler zuletzt noch senken wollte, erst mal erhöht.
Und ein „Gesamtkunstwerk“ nennt Bärbel Bas den 80-seitigen Kommissionsbericht mit seinen 33 Reformvorschlägen, von denen man nach Möglichkeit keinen einzigen streichen solle. Obwohl darunter einige sind, die den Puls von Gewerkschaftern in die Höhe treiben. Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Was Experten sagen
jetzt lesen Seither laufen Politiker aller drei Koalitionsparteien in dem wohligen Gefühl über die sommerlichen Hauptstadtempfänge, dass dieser Regierung nach einem qualvollen ersten Jahr nun wirklich etwas gelungen sei. Die Frage ist nur, wie lange das vorhält. Und ob die Rentenkommission eine Erfolgsformel entdeckt hat, die sich auch auf andere Reformschritte der Koalition übertragen lässt.
Für eine Finanzeinigung mit den Bundesländern hat es Ende vergangener Woche immerhin schon gereicht. Und für alles, was da noch kommt – für die Steuer, die Arbeitsmarktreformen, den Bürokratieabbau? Ja klar, sagt dieser Tage ein führender Sozialdemokrat.
Es müsse halt jeder der Verhandlungspartner seine Punkte machen, und nachher müssten alle gemeinsam das Ergebnis vertreten. Alle Beteiligten könnten nur profitieren, wenn der Eindruck entstehe, die Regierung bringe das Land voran. Und nicht bloß das vermeintliche Interesse der beteiligten Parteien.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





