
Industrie in Deutschland: Warum Stahlarbeiter trotz Milliardenhilfen protestieren
Demo der IG Metall Stahlarbeiter protestieren in Berlin und in Völklingen – trotz Milliardenhilfen vom Staat Die IG Metall ruft Tausende Stahlarbeiter an diesem Freitag zur Demo auf. Dabei sind der Bund und die EU der...
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Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Demo der IG Metall Stahlarbeiter protestieren in Berlin und in Völklingen – trotz Milliardenhilfen vom Staat Die IG Metall ruft Tausende Stahlarbeiter an diesem Freitag zur Demo auf. Dabei sind der Bund und die EU der kriselnden Branche schon weit entgegengekommen. Von Benedikt Müller-Arnold 12.
23 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (6 Minuten) 6 Min X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Stahlarbeiter vor einem Hochofen: Kriselnde Branche Foto: Federico Gambarini / dpa Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+.
Die Einzelheiten
Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde. An diesem Freitag wird es laut im Berliner Regierungsviertel: Die IG Metall erwartet rund 1000 Teilnehmer zu einer Stahldemo, die vom Brandenburger Tor zum Wirtschaftsministerium ziehen sollen. Parallel plant die Gewerkschaft eine Kundgebung im saarländischen Völklingen, einem großen Standort der Stahlindustrie, mit Tausenden weiteren Teilnehmern.
Das große Aufgebot überrascht, da die Politik der kriselnden Branche weit entgegengekommen ist: Unter anderem hat Kanzler Friedrich Merz (CDU) Vertreter der Stahlindustrie im vergangenen November zu einem Dialog empfangen; der Staat fördert den Umbau weg von klimaschädlichen Hochöfen, hin zu neuen Anlagen, mit mehreren Milliarden Euro. Und Brüssel begrenzt die Stahlmengen, die zollfrei aus dem Ausland in die EU importiert werden dürfen, von Juli an deutlich. Jürgen Kerner, der Zweite Vorsitzende der IG Metall, räumt selbst ein: »Das Glas ist halb voll.
« Die Gewerkschaft könne Erfolge verbuchen. Gleichwohl führt Kerner vier Beweggründe heran, die Stahlkocher zur Demo aufzurufen. Industriestrompreis nur »homöopathisch«Ein Grund ist der subventionierte Industriestrompreis, von dem Unternehmen zumindest drei Jahre lang (bis einschließlich 2028) profitieren sollen.
Was Experten sagen
Dies kann vor allem Elektrostahlwerke entlasten, die Schrott mit viel Strom recyceln. Doch Kerner kritisiert, die Subventionierung wirke nur »homöopathisch«, auch wegen ihrer Befristung. Bild vergrößern Arbeiter mit IG-Metall-Fahne in Duisburg Foto: Fabian Strauch / picture alliance / dpa Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat jüngst in Aussicht gestellt, dass Betriebe den Industriestrompreis in diesem Jahr erstmals mit der sogenannten Strompreiskompensation kombinieren dürfen.
Das ist eine andere Subvention, die energieintensive Unternehmen dafür entschädigt, dass der Emissionshandel den Strom hiesiger Kohle- und Gaskraftwerke verteuert. Die EU-Kommission hatte bislang eine Doppelsubventionierung einzelner Betriebe abgelehnt. Allerdings würde diese Ausweitung den Bund etwa eine Milliarde Euro zusätzlich kosten.
Kerner fordert die Koalition aus Union und SPD dazu auf, diese Finanzierung sicherzustellen.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





