
Katholische Kirche: Bischof Hengsbach war laut Forschungsbericht Missbrauchstäter
Katholische Kirche : Bischof Hengsbach war laut Forschungsbericht Missbrauchstäter Von Reiner Burger, Düsseldorf 25.06.2026, 14:53Lesezeit: 4 Min. Franz Hengsbach im Juli 1988dpaForscher sehen es als belegt an, dass der...
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Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Katholische Kirche : Bischof Hengsbach war laut Forschungsbericht Missbrauchstäter Von Reiner Burger, Düsseldorf 25. 2026, 14:53Lesezeit: 4 Min. Franz Hengsbach im Juli 1988dpaForscher sehen es als belegt an, dass der frühere Essener Bischof Franz Kardinal Hengsbach ein Missbrauchstäter war.
Hinweise darauf hatte es schon vor Jahren gegeben. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Der Gründungsbischof des Bistums Essen, Franz Kardinal Hengsbach, hat sich nach Erkenntnissen eines Forscherteams „gut belegt“ des sexuellen Missbrauchs mehrerer Heranwachsender schuldig gemacht. Das geht aus den am Donnerstag vorgestellten Zwischenergebnissen einer vom Bistum Essen in Auftrag gegebenen Untersuchung hervor.
Die Einzelheiten
Der 1991 gestorbene Hengsbach ist damit der erste deutsche Bischof, gegen den der aktenkundig dringende Verdacht besteht, selbst Missbrauchstäter gewesen zu sein. Konkret geht es um drei Fälle von weiblichen und zwei männlichen Betroffenen. Diese zeichneten sich „durch hohe inhaltliche Konsistenz, Detailgenauigkeit und biografische Kohärenz aus“, so das Forscherteam.
Viermal geht es um sexuelle Gewalthandlungen: die erzwungene Masturbation und Berührungen unterhalb der Kleidung an einer Sechzehnjährigen in den Fünfzigerjahren, Berührungen im Brustbereich unterhalb der Kleidung an einer etwa dreizehnjährigen Jugendlichen in den Sechzigerjahren sowie sexualisierte Berührungen oberhalb der Kleidung und Ansprache sowohl bei einem männlichen Heimkind in den Sechziger- wie auch bei einer dreizehnjährigen Firmandin in den Achtzigerjahren. -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Einen fünften Fall stufen die Forscher – wie der Betroffene auch selbst – nicht als sexuellen Missbrauch, sondern als „grenzverletzende Verhaltensweise“ ein.
Die Forscher sprechen außerdem von „destruktivem Machtmissbrauch des Bischofs gegenüber unterstellten Klerikern“. Auch habe Hengsbach nach Zeugenaussagen mehrfach von Missbrauchsvorwürfen gegen Kleriker erfahren, aber abwehrend reagiert und keine Konsequenzen für die Beschuldigten gezogen. Eine mögliche Mitwisserschaft und Täter schützendes Verhalten sollen im weiteren Verlauf der Studie bis zum Herbst 2027 untersucht werden.
Was Experten sagen
Hengsbach war noch bis 2023 hoch angesehenDie Untersuchung wird gemeinsam vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP) in München, vom Dissens-Institut für Bildung und Forschung in Berlin und von der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH) ausgeführt. Sie soll voraussichtlich 2028 in eine ausführliche Monographie über Hengsbach münden. Der 1910 geborene Hengsbach wirkte nach seiner Priesterweihe im Jahr 1937 zunächst als Pfarrer, 1953 wurde er Weihbischof im Erzbistum Paderborn, 1958 dann Gründungsbischof des Bistums Essen.
Er war nicht nur in seinem Bistum hoch angesehen, sondern galt als prägende katholische Figur im Nachkriegsdeutschland.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





