
Kein Komiker mehr: Nuhr will nur Köpfe, die nicken oder geschüttelt werden
Kein Komiker mehr : Nuhr will nur Köpfe, die nicken oder geschüttelt werden Ein Kommentar von Simon Strauß 26.06.2026, 12:04Lesezeit: 3 Min. Pointenmacher oder Politikaster? Der Kabarettist Dieter Nuhr, aufgenommen vor...
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Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Kein Komiker mehr : Nuhr will nur Köpfe, die nicken oder geschüttelt werden Ein Kommentar von Simon Strauß 26. 2026, 12:04Lesezeit: 3 Min. Pointenmacher oder Politikaster?
Der Kabarettist Dieter Nuhr, aufgenommen vor der Verleihung des Leo-Baeck-Preises in den Wilhelm-Studios in ReinickendorfdpaPolemik mit Pointen verwechselt: Dieter Nuhr ist kein Komiker mehr. Er hat die Freiheit zu überraschen verloren und sich selbst zum Politikaster degradiert. Davon zeugt unter anderem seine Relativierung von Femiziden.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Die Kolleginnen Julia Bellan und Franziska Pröll haben unlängst in einer großangelegten F. -Recherche (Femizide vor Gericht: So werden Tötungen an Frauen in Deutschland verurteilt) untersucht, wie Femizide das Angesicht des deutschen Rechtsstaats und der bundesrepublikanischen Gesellschaft prägen. Dabei haben sie eindrucksvoll gezeigt, in wie vielen Fällen die Ermordung von Frauen durch ihre Männer nicht als geschlechtsbezogene Tat erkannt wird, etwa weil Gerichte bei einem Frauenmord kein Kontroll- oder Besitzdenken beim Mörder feststellen.
Die Dunkelziffer bei Femiziden ist hoch. In Deutschland fehlt bislang eine bundeseinheitliche offizielle Definition des Begriffs „Femizid“ – folglich gibt es auch keine Sammlung aller Fälle, die sich so kategorisieren lassen. Selbst das Bundeskriminalamt kann keine eindeutige Aussage über die jährliche Anzahl an Femiziden treffen: Es verzeichnet Tatverdächtige, nicht aber die Tatmotivation.
Deshalb geht aus ihr auch nicht hervor, wie viele Femizide es in Deutschland tatsächlich gibt. Die Tötung einer Frau, weil sie eine Frau ist, unterscheidet sich von der Tötung einer Frau, weil sie beispielsweise bei einem Raubüberfall hinter der Kasse stand. Die Konstellation, dass das weibliche Geschlecht maßgeblich für eine Tat ist, taucht in Deutschland erschreckend häufig auf – aber wie häufig, darüber herrscht Uneinigkeit.
Was Experten sagen
-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Faesers FalschaussageDie ehemalige Innenministerin Nancy Faeser hat im November 2024 bei der Vorstellung eines BKA-Berichts zu „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten“ mitgeteilt: „Fast jeden Tag wird in Deutschland eine Frau oder ein Mädchen umgebracht. “ Faeser bezog sich auf die Gesamtzahl der Tötungsdelikte an Frauen – und hat damit die Zahl 360 Fälle allesamt zu Femiziden erklärt.
Die Daten geben das nicht her. Trotzdem geistert Faesers Falschaussage seither durch viele Medien. Und wurde nun in schändlichem Zusammenhang auch vom Kabarettisten Dieter Nuhr wiederholt.
In einer mittlerweile für viel Aufregung sorgenden Passage seiner letzten Comedy-Show nennt er die Faeser-Zahl und stellt sie relativierend den zig Millionen Männern gegenüber, die in Deutschland friedliebend mit ihren Frauen umgingen.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.




