
Kenia: Proteste erzwingen Entschuldigung im Streit um Ebola-Zentrum
Streit um Ebola-Zentrum in Kenia »Warum glauben die Amerikaner, dass ihr Leben so viel wichtiger ist als das der Kenianer?« Wochenlang haben Menschen in Kenia wegen eines Ebola-Isolierzentrums protestiert, das nur...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Streit um Ebola-Zentrum in Kenia »Warum glauben die Amerikaner, dass ihr Leben so viel wichtiger ist als das der Kenianer? « Wochenlang haben Menschen in Kenia wegen eines Ebola-Isolierzentrums protestiert, das nur US-Amerikanern zugutekommen sollte. Ein Minister wollte das Projekt unbedingt durchdrücken – und musste sich jetzt entschuldigen.
46 Uhr 2 Min Zur Merkliste hinzufügen X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bereich Lesen Sie hier das Videotranskript aufklappen Serah Njoroge, Einwohnerin von Nairobi: »Warum baut ihr so eine Einrichtung in meinem Land, wenn sie mir nicht zugutekommt?
Die Einzelheiten
Außerdem soll dieselbe Einrichtung Menschen aufnehmen, die mein eigenes Leben gefährden. «Wochenlang tobt in Kenia der Kampf um den Bau einer von den USA finanzierten Ebola-Quarantäneeinrichtung – nun hat die Regierung das umstrittene Projekt überraschend gestoppt. Darum geht’s: In Kenia selbst gibt es aktuell gar keine Ebola-Fälle.
Stattdessen sei das geplante Isolationszentrum für US-Bürger vorgesehen, die sich in der Demokratischen Republik Kongo infiziert haben. Die Menschen in Kenia befürchten, dass das tödliche Virus so auch in ihr Land getragen wird. Auf Social Media und den Straßen der Hauptstadt Nairobis hat der Vorfall eine Debatte über kolonialistisches Verhalten ausgelöst.
Robert Kiberenge, Einwohner von Nairobi »Warum glauben die Amerikaner, dass ihr Leben so viel wichtiger ist als das der Kenianer, dass sie in Kenia eine Einrichtung errichten, die ausschließlich für Amerikaner bestimmt ist? «Deshalb kam es in den vergangenen Wochen immer wieder zu heftigen Protesten. Die Polizei ging gewaltsam dagegen vor.
Was Experten sagen
Medienberichten zufolge sind bei den Zusammenstößen mindestens drei Menschen gestorben – darunter ein 17-jähriger Schüler. Jetzt hat die Justiz eingegriffen: Ein Gericht ordnete schon im vergangenen Monat an, den Bau bis zur Verhandlung einer Menschenrechtsklage zu stoppen – Gesundheitsminister Aden Duale baute trotzdem weiter. Deswegen wurde er und am Montag wegen Missachtung des Gerichts verurteilt.
Am Dienstag dann die Kehrtwende: Duale hat sich offiziell entschuldigt – und den Bau der Ebola-Quarantäneeinrichtung sofort stoppen lassen.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





