
Koalition: Ist das der Anfang einer pragmatischen SPD?
Koalition : Ist das der Anfang einer pragmatischen SPD? Von Jochen Buchsteiner 27.06.2026, 15:39Lesezeit: 6 Min. Constanze Janda (2. von links) und Frank-Jürgen Weise (2. von rechts) übergeben den Rentenbericht an...
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Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Koalition : Ist das der Anfang einer pragmatischen SPD? Von Jochen Buchsteiner 27. 2026, 15:39Lesezeit: 6 Min.
von links) und Frank-Jürgen Weise (2. von rechts) übergeben den Rentenbericht an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD), Bundesministerin für Arbeit und Soziales. dpaIn der Rentenpolitik präsentieren sich die Sozialdemokraten überraschend reformbereit.
Die Einzelheiten
Der Generalsekretär spricht von einem Wendepunkt. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Bewegt sich etwas bei den Sozialdemokraten? Am vergangenen Wochenende waren die Ergebnisse der Rentenkommission durchgesickert, und sie trugen nicht, was man in der SPD die „eigene Handschrift“ nennt.
Wenig von dem, was die Sozialdemokraten in den vergangenen Monaten ins Gespräch gebracht hatten, findet sich in den Vorschlägen der Kommissionsmitglieder wieder. Wie zur Bestätigung applaudierte den Rentenempfehlungen als Erster der Chef der Jungen Union, der aus SPD-Sicht eher am gegenüberliegenden Ende des Koalitionsspektrums steht. Trotzdem blieb es – abgesehen von einem frühen Granteln des Juso-Vorsitzenden und einem späteren der SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig – ruhig in der Partei.
Die SPD macht mit, und man darf staunen. Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. jetzt lesen Noch im vergangenen Herbst hatte Arbeitsministerin Bärbel Bas die Aussage des Bundeskanzlers, dass der Sozialstaat in seiner heutigen Form nicht mehr finanzierbar sei, als „Bullshit“ bezeichnet.
Was Experten sagen
Am Dienstag hielt die SPD-Politikerin auf einer Pressekonferenz die Vorschläge der Rentenkommission in der Hand und schwärmte von einem „Gesamtkunstwerk“. Dabei ist das Papier Ausdruck der Einsicht, dass der Sozialstaat, in diesem Fall das Rentensystem, nicht mehr in bisheriger Weise finanzierbar ist: Die Beiträge sollen steigen, mindestens um zwei Prozentpunkte, und die sogenannte „Rente mit 63“, ein teures Lieblingskind der SPD, soll abgewickelt werden. Keine der üblichen SPD-Hülsen mehrFast noch bemerkenswerter verlief der Auftritt Annika Kloses, jener jungen, zur Parteilinken zählenden Sozialdemokratin, die für ihre Partei in der Kommission gesessen hatte und nach Bas die Ergebnisse im Detail vorstellen durfte.
Sichtlich stolz über das Erreichte verteidigte sie die Zumutungen für ihre Partei als „tragfähiges Gesamtkonzept“. Partnerschaftlich spielte sie sich die Bälle mit Pascal Reddig zu, dem eher marktwirtschaftlich orientierten „Rentenrebell“ der CDU. Keine der üblichen SPD-Hülsen kam Klose über die Lippen, kein Kahlschlag, keine Gerechtigkeitslücke, keine soziale Kälte.
Stattdessen formulierte sie nüchtern, dass man in der Kommission „gemeinsame Lösungen für die gestellte Aufgabe“ gefunden habe. Eine „starke Sachorientierung“ habe eine emotional aufgeladene Debatte zu einem guten Ende geführt, sagte sie. Sieht man da Umrisse einer neuen SPD?
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





