
Medizinische Versorgung in Hamburg: »Es ist die Politik, die das regelt. Aber wir als Ärzte sind in der Verantwortung.«
Bild vergrößern Gynäkologin Vieth Foto: Carolin Windel / DER SPIEGEL Offener Brief an Hamburgs Bürgermeister Tschentscher »Es ist die Politik, die das regelt. Aber wir als Ärzte sind in der Verantwortung.« Ärztin Cosima...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Bild vergrößern Gynäkologin Vieth Foto: Carolin Windel / DER SPIEGEL Offener Brief an Hamburgs Bürgermeister Tschentscher »Es ist die Politik, die das regelt. Aber wir als Ärzte sind in der Verantwortung. « Ärztin Cosima Vieth behandelt in der »Praxis ohne Grenzen« nichtversicherte Menschen.
Nun steht die Finanzierung auf der Kippe, Vieth appelliert an die Hamburger Regierung. Ein Besuch bei einer Frau, die nicht aufgibt. 38 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Audio steht in Kürze zur Verfügung In Kürze bereit X.
Die Einzelheiten
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bis um die Ecke reicht die Schlange. Schwangere Frauen stehen dort, ein Mann sitzt auf seinem Rollator.
In einer Stunde beginnt in einem Gewerbegebiet in Hamburg-Eidelstedt die offene Sprechstunde der »Praxis ohne Grenzen«. Mehr als 40 Menschen warten vor der Tür. »Ich bin seit acht Uhr hier«, sagt jemand, der relativ weit vorn steht.
Die »Praxis ohne Grenzen« behandelt jeden Mittwoch Menschen ohne Krankenversicherung. Sie sind aus dem Ausland, ohne geklärte Aufenthaltsgenehmigung, oder Deutsche, die aus verschiedenen Gründen, etwa Privatinsolvenz, aus ihrer Versicherung gefallen sind. Doch bald könnte diese Versorgung nicht mehr gesichert sein.
Was Experten sagen
Bild vergrößern Foto: Carolin Windel / DER SPIEGEL Für Cosima Vieth, 77, Gynäkologin im Ruhestand, ehrenamtliche Mitarbeiterin in der »Praxis ohne Grenzen « und Vorstandsmitglied, sind sie vor allem: Menschen. Vor Beginn der Sprechstunde zeigt sie in den Praxisräumen einen Ausdruck der Deklaration von Genf, dem ärztlichen Gelöbnis. »Darauf habe ich mich verpflichtet«, sagt Vieth.
Der vierte Punkt: Ich werde nicht zulassen, dass Erwägungen von Alter, Krankheit oder Behinderung, Glaube, ethnischer Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politischer Zugehörigkeit, Rasse, sexueller Orientierung, sozialer Stellung oder jeglicher anderer Faktoren zwischen meine Pflichten und meine Patientin oder meinen Patienten treten. Vieth trägt Jeansjacke und Rock, farblich abgestimmt auf ihre blauen Augen. Wenn sie energisch über ihren Beruf und die Not der Menschen spricht, die sie medizinisch versorgt, klingen die jahrzehntelange Berufserfahrung und die Motivation, Ärztin zu werden, durch.
Seit 2015 arbeitet sie ehrenamtlich in der Praxis, die 2014 von Peter Ostendorf gegründet wurde. Die Mitarbeiter nennen ihr Haus »eine ambulante Poliklinik«, bis auf die Psychiatrie sind Fachrichtungen von Chirurgie über Pädiatrie bis Zahnheilkunde vertreten. Die Patienten dürfen anonym bleiben, sie müssen ihren Namen, ihre Geschichte nicht erzählen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





