
Neonazi Marla Svenja Liebich legt Beschwerde gegen Auslieferung ein
In Tschechien inhaftierter Neonazi Liebich legt Beschwerde gegen Auslieferung ein Der verurteilte Rechtsextremist Liebich wehrt sich in Tschechien gegen die geplante Auslieferung nach Deutschland. Er legte nicht nur...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. In Tschechien inhaftierter Neonazi Liebich legt Beschwerde gegen Auslieferung ein Der verurteilte Rechtsextremist Liebich wehrt sich in Tschechien gegen die geplante Auslieferung nach Deutschland. Er legte nicht nur eine Beschwerde ein, sondern stellte auch einen Befangenheitsantrag. 23 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (3 Minuten) 3 Min X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Neonazi Liebich will nicht in Deutschland ins Gefängnis Foto: Hendrik Schmidt / dpa Der verurteilte Rechtsextremist Marla Svenja Liebich hat Beschwerde gegen die Auslieferung aus Tschechien nach Deutschland eingelegt. Das sagte ein Sprecher des Landgerichts in Pilsen der Nachrichtenagentur dpa.
Die Einzelheiten
Außerdem stellte Liebich einen Befangenheitsantrag gegen die Vorsitzende Richterin. Über beide Eingaben muss nun das Oberlandesgericht in Prag entscheiden; dorthin werden die Akten übersandt. Das Landgericht in Pilsen hatte vor einer Woche entschieden, dass Liebich nach Deutschland ausgeliefert werden soll.
Während der Verhandlung sagte Liebich, nicht nach Deutschland gebracht werden zu wollen, unter anderem aus Angst, in einem deutschen Männergefängnis zu sterben. Ein erster Befangenheitsantrag gegen die Richterin wurde abgelehnt. Bild vergrößern JVA Chemnitz: Hier könnte Liebich nach seiner Auslieferung einsitzen Foto: Hendrik Schmidt / dpa Liebich war nach monatelanger europaweiter Fahndung am 9.
April dieses Jahres im tschechischen Krasna bei Asch nahe der deutschen Grenze festgenommen worden. Die Person sitzt seitdem in Auslieferungshaft im Gefängnis von Pilsen. Dort sind nach dpa-Angaben mehr als 1200 Menschen untergebracht; das Gefängnis ist überwiegend für Männer, es gibt aber auch vereinzelt Insassinnen.
Was Experten sagen
Seit der Festnahme läuft eine Frist von 60 Tagen für eine Entscheidung, die nach Angaben des Gerichtssprechers um weitere 30 Tage verlängert werden könnte. Werden die Beschwerden abgelehnt, könnte die Auslieferung kurzfristig erfolgen. Sobald die Entscheidung rechtskräftig ist, soll Liebich an die deutschen Behörden übergeben und in eine Justizvollzugsanstalt in Chemnitz gebracht werden.
Der Rechtsextremist wurde in Deutschland im Juli 2023 – damals noch mit dem Vornamen Sven – vom Amtsgericht Halle wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt. Nach der Verurteilung hatte Liebich das Geschlecht von männlich auf weiblich ändern lassen. Außerdem wurde der Name von Sven in Marla Svenja angepasst.
Viele Medien, auch der SPIEGEL, hatten über Liebichs früheren Vornamen »Sven« und seine Vergangenheit als männlicher Neonazi berichtet. Liebich forderte unter anderem Schmerzensgeld wegen angeblicher Verletzung der Persönlichkeitsrechte als trans Person, zog seine Forderungen aber schlussendlich wieder zurück.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





