
Netanjahu-Prozess: Wenn der Angeklagte die Regeln diktiert
Netanjahu-Prozess : Wenn der Angeklagte die Regeln diktiert Von Christian Meier, Tel Aviv 26.06.2026, 19:18Lesezeit: 5 Min. Netanjahu betritt im April 2025 den Gerichtssaal in Tel Aviv, um in seinem Korruptionsprozess...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Netanjahu-Prozess : Wenn der Angeklagte die Regeln diktiert Von Christian Meier, Tel Aviv 26. 2026, 19:18Lesezeit: 5 Min. Netanjahu betritt im April 2025 den Gerichtssaal in Tel Aviv, um in seinem Korruptionsprozess auszusagen – hinter ihm sind ein Leibwächter und sein Anwalt Hadad.
AFPNach anderthalb Jahren endet Benjamin Netanjahus Aussage in seinem Korruptionsprozess. Immer wieder spricht er von einer Farce. Es ist ein Schauspiel.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Auch mit scheinbaren Nebensächlichkeiten kann man Macht demonstrieren. In Israels wichtigstem Gerichtsprozess betreten die Richter den Saal – und erst dann der Angeklagte. Das ist eine der Änderungen, die Benjamin Netanjahu durchgesetzt hat.
Ihn hatte gestört, wie die Sitzungstage mit seiner Aussage anfangs abgelaufen waren: Während der kurzen Momente vor dem Verhandlungsbeginn, in denen alle auf die Richter warteten, hatten Journalisten ihn fotografiert, gefilmt und ihm Fragen zugerufen. Er beschwerte sich, das Gericht gab dem statt – und jetzt ist es andersherum als in einem Strafprozess üblich: Die drei Richter betreten den Raum, Kameras werden ausgeschaltet, alle erheben sich – und dann kommen durch eine Hintertür Netanjahu und seine Leibwächter herein. Israels Ministerpräsident sagt an diesem Morgen Ende Juni kurz „Guten Morgen“ und nimmt vor der Richterbank Platz.
Er ist in drei Fällen wegen Bestechlichkeit, Betrugs und Vertrauensbruchs angeklagt. -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Durch die ungewöhnliche Änderung im Ablauf werden Netanjahu seither auch Bilder erspart, die ihn in einer Rolle zeigen, die dem machtbewussten Politiker gar nicht behagt: als potentieller Krimineller, dessen Schicksal in den Händen der Justiz liegt.
Was Experten sagen
Die letzten Aufnahmen von ihm aus dem Gerichtssaal stammen aus dem vergangenen Jahr. Der Prozess ist zu einem Schauspiel gewordenDer historische Prozess bietet eine der wenigen Gelegenheiten, den umstrittenen Politiker aus der Nähe zu erleben. Genauer gesagt, bot – denn Netanjahus Aussage ist jetzt zu Ende gegangen.
Nach 98 Sitzungen, die sich über mehr als anderthalb Jahre erstreckten, beschloss sein Anwalt Amit Hadad in dieser Woche die Befragung des Angeklagten durch die Verteidigung. Die Verhandlung wird nun von dem bombensicheren Raum im Tel Aviver Bezirksgericht zurück nach Jerusalem verlegt – für die Befragung weiterer Zeugen und ohne dass der Angeklagte anwesend sein muss. Ein Ende des Mammutprozesses ist noch lange nicht in Sicht.
An einem der letzten Aussagetage Netanjahus zeigt sich noch einmal das ganze Schauspiel, zu dem der Prozess geworden ist. Vor dem Gerichtsgebäude hat sich am Dienstagmorgen ein einzelner Demonstrant postiert, der gegen Netanjahu protestiert. Drinnen durchläuft man eine gesonderte Sicherheitsprüfung, bevor es mit dem Aufzug ins zweite Untergeschoss geht.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





