
Neun Polizisten schweigen nach tödlichem Polizeieinsatz
Prozessauftakt in Duisburg Neun Polizisten schweigen nach tödlichem Polizeieinsatz In Mülheim an der Ruhr stirbt ein Mann in einem Krankenwagen, nachdem Polizisten ihn mit Kabelbindern gefesselt haben. An seinem Tod...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Prozessauftakt in Duisburg Neun Polizisten schweigen nach tödlichem Polizeieinsatz In Mülheim an der Ruhr stirbt ein Mann in einem Krankenwagen, nachdem Polizisten ihn mit Kabelbindern gefesselt haben. An seinem Tod tragen die Beamten keine Schuld, sagt die Staatsanwaltschaft, dennoch seien sie zu weit gegangen. 02 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (2 Minuten) 2 Min X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren SPIEGEL bei Google bevorzugen Bild vergrößern Zwei angeklagte Polizistinnen im Gerichtssaal Foto: Christoph Reichwein / dpa Ein Flüchtling aus Guinea wird im Januar 2024 in Mülheim an der Ruhr von der Polizei mit Kabelbindern gefesselt, in einen Rettungswagen gebracht, kurz darauf setzt sein Puls aus: Zum Prozessauftakt vor dem Duisburger Landgericht nach dem Tod des Mannes haben die neun angeklagten Polizisten sich nicht zu den Vorwürfen geäußert. Ihnen wird gefährliche Körperverletzung im Amt vorgeworfen.
Die Einzelheiten
Eine Schuld am Tod des Mannes tragen die fünf Polizisten und vier Polizistinnen laut der Staatsanwaltschaft nicht. Wie der Mann von der Polizei gefesselt wurde sei jedoch »weder nach dem Polizeigesetz noch nach dem Strafgesetzbuch gerechtfertigt«, heißt es in der Anklage. Die Polizisten sollen erst die Hände und Füße des Mannes gefesselt haben.
Danach seien die Fesselungen zusätzlich mit Kabelbindern hinter seinem Rücken verbunden worden. »Der Tod wäre auch eingetreten, wenn die Angeklagten die Verbindung der beiden Fesselungen nicht vorgenommen hätten«, heißt es in der Anklage. Todesursache war demnach eine Kombination aus einem »lagebedingten Erstickungstod«, einem Herzinfarkt, Kokaineinfluss, Erregung und einer Lungenkrankheit.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann aus Guinea vor dem Polizeieinsatz in einer Flüchtlingsunterkunft randalierte. Als die Polizei eintraf, soll er auf einen der Polizisten zugelaufen sein und gerufen haben: »Ich bring’ dich um. « Zwei Polizisten soll er zudem blutende Bisswunden zugefügt haben.
Was Experten sagen
Zum Prozessauftakt waren die Eltern und die Schwester des Toten aus Guinea eingereist. »Die Familie ist sehr belastet und eingeschüchtert«, sagte Anwältin Lisa Grüter, die die Schwester vertritt. Sie habe ein großes Interesse daran, dass der Fall aufgeklärt und jemand zur Verantwortung gezogen werde.
Für den Prozess sind noch elf Verhandlungstage bis zum 9. September vorgesehen.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





