
Partei in Griechenland: Eine trauernde Mutter rechnet mit dem „System“ ab
Partei in Griechenland : Eine trauernde Mutter rechnet mit dem „System“ ab Von Michael Martens, Wien 20.07.2026, 21:04Lesezeit: 5 Min. Maria Karystianou bei einer Veranstaltung ihrer Elpida-Partei am 21. Mai in...
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Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Partei in Griechenland : Eine trauernde Mutter rechnet mit dem „System“ ab Von Michael Martens, Wien 20. 2026, 21:04Lesezeit: 5 Min. Maria Karystianou bei einer Veranstaltung ihrer Elpida-Partei am 21.
Mai in ThessalonikiReutersMaria Karystianou verlor ihre Tochter bei einem Zugunglück. Inzwischen hat sie eine Partei gegründet. Und bringt mit ihr das politische Establishment zum Zittern.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Das Schlimmste, was sie in ihrem Leben erlebt habe, sei das Warten auf einen Anruf gewesen. So hat es Maria Karystianou einmal erzählt. Vor knapp dreieinhalb Jahren war das, Anfang März 2023.
Am letzten Februartag jenes Jahres waren in der Nähe des Ortes Tempi in Thessalien in voller Fahrt zwei Züge zusammengestoßen. Einer transportierte Güter, der andere Menschen. Mehrere Waggons des Passagierzuges entgleisten, einige fingen Feuer.
Karystianou wusste, dass ihre 19 Jahre alte Tochter in dem Zug war. Irgendwann kam der Anruf, der schreckliche Ungewissheit in noch schrecklichere Gewissheit verwandelte: Maria Karystianou wurde informiert, dass ihre Tochter zu den 57 Todesopfern des Unglücks zählte. Seither fürchte sie nichts mehr, sagte die trauernde Mutter einmal in einem Interview.
Was Experten sagen
-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Dennoch hätte dieser Schicksalsschlag allein sie wohl nicht in die Politik getrieben. Dazu kam es erst durch das, was danach geschah – oder vielmehr nicht geschah.
Zu dem Unglück von Tempi kam es durch eine Verkettung von Fahrlässigkeit und menschlichem Versagen. Ein ungenügend ausgebildeter Schichtleiter, der diese Stelle nie hätte innehaben dürfen, fehlende Sicherheitstechnik und Schlamperei der Aufsichtsbehörden trugen entscheidend dazu bei. Unglück löste größte Proteste seit Jahrzehnten ausWie viele ihrer Landsleute hatte Maria Karystianou den Eindruck, dass die Aufklärung des Unfalls systematisch behindert und verschleppt wurde.
Angesichts von Griechenlands jüngster Vergangenheit war das kein abwegiger Verdacht. Ein Beispiel liefert eine Abhöraffäre, bei der sogar ein griechischer Oppositionschef ausgespäht worden war. Die konservative Regierungspartei Nea Dimokratia von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sabotiert die Aufklärung des Skandals mit allen Mitteln.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.




