
Peter Thiel, Maximilian Krah und der »Katechon«: Was Rechte mit dem biblischen Begriff meinen
Krude Ideologie Was autoritäre Rechte meinen, wenn sie vom »Katechon« sprechen Techmilliardär Peter Thiel, Putins Ideologe Alexander Dugin und AfD-Politiker Maximilian Krah benutzen gern einen Uraltbegriff aus der...
Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Krude Ideologie Was autoritäre Rechte meinen, wenn sie vom »Katechon« sprechen Techmilliardär Peter Thiel, Putins Ideologe Alexander Dugin und AfD-Politiker Maximilian Krah benutzen gern einen Uraltbegriff aus der Bibel: »Katechon« Was steckt dahinter? Von Martin Pfaffenzeller 25. 21 Uhr Zur Merkliste hinzufügen X.
com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Techmilliardär Thiel: Vision einer Welt ohne Regulierung Foto: Matias Baglietto / Sie können den Artikel leider nicht mehr aufrufen. Der Link, der Ihnen geschickt wurde, ist entweder älter als 30 Tage oder der Artikel wurde bereits 10 Mal geöffnet.
Die Einzelheiten
Das Wort, das dabei hilft, die autoritäre Rechte zu verstehen, stammt aus einem knapp 2000 Jahre alten Brief. Bis vor Kurzem haben sich damit vor allem Theologen und Philosophen befasst, vielleicht noch Black-Metal-Bands . Doch seit einigen Jahren taucht es häufig in politischen Debatten rechter Vordenker auf.
Es lautet: Katechon, zu Deutsch in etwa Aufhalter. Der AfD-Politiker Maximilian Krah benutzt den Begriff, um Trump zu feiern. Der Kremlideologe Alexander Dugin, um Putin zu verklären.
Der Techmilliardär Peter Thiel, um seine Vision einer Welt ohne Regulierung zu begründen. Nun hat der Historiker Volker Weiß die Konjunktur des Begriffs in seinem Essay »Katechon. Zur Wiederkehr der politischen Theologie in der Gegenwart« (Klett-Cotta, 2026) nachgezeichnet und gedeutet.
Was Experten sagen
Dank der Analyse wird klarer, warum der Begriff für die gegenwärtige autoritäre Rechte so attraktiv ist. Doch zugleich wird auch klar, welche Probleme das Katechondenken mit sich bringt. Woher kommt der Begriff?
Das Wort »Katechon« kommt erstmals prominent in einem Brief an die frühchristliche Gemeinde von Thessaloniki vor. Verfasser des Schreibens ist der Missionar Paulus oder einer seiner Schüler, versandt wurde es in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts n. Die Gläubigen warteten sehnlich auf die Erlösung und fragten sich, ob sie vielleicht schon begonnen habe.
Der Brief warnte sie: Noch sei es nicht so weit. Wer verkünde, der Heiland sei bereits wiedergekehrt, sei in Wahrheit ein Vorbote des Bösen – des Antichristen, eines falschen Messias, der die Menschen mit trügerischen Heilsversprechen verführt. Es gebe jedoch eine Kraft, die diesen Verführer aufhalte und entlarve.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





