
Schadensersatz möglich: In Südkorea kosten Fake News jetzt Geld
Schadensersatz möglich : In Südkorea kosten Fake News jetzt Geld Von Jochen Stahnke, Peking 07.07.2026, 22:07Lesezeit: 3 Min. Pendler starren in der U-Bahn in Südkoreas Hauptstadt Seoul auf ihre Handys.AFPEin scharfes...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Schadensersatz möglich : In Südkorea kosten Fake News jetzt Geld Von Jochen Stahnke, Peking 07. 2026, 22:07Lesezeit: 3 Min. Pendler starren in der U-Bahn in Südkoreas Hauptstadt Seoul auf ihre Handys.
AFPEin scharfes Gesetz soll Falschinformation auf Onlineportalen ein Ende setzen. Die Opposition befürchtet Selbstzensur. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Auch im technikaffinen Südkorea beziehen immer mehr Menschen ihre Informationen aus Onlineportalen, deren Algorithmen besonders reißerische Beiträge häufig hervorheben, weil sie Aufmerksamkeit erzielen.
Die Einzelheiten
Immer wieder berichten Südkoreaner, dass die eigenen Eltern Neuigkeiten nur noch über Kanäle wie Youtube erhalten. Rechts- oder linksextreme Verschwörungstheorien, evangelikale Endzeitbotschaften oder schlichter Schund setzen sich in immer mehr südkoreanischen Köpfen fest. Der Stimmung in dem ohnehin stark polarisierten Land tut das nicht gerade gut.
Am Dienstag trat in Südkorea nun ein überarbeitetes Gesetz gegen Falschinformation in Kraft. Opfer von Fake News können von Medienhäusern und profitorientierten Konteninhabern in den sozialen Medien ab hunderttausend monatlichen Lesern fortan Schadenersatz verlangen. Und das in der Höhe des Fünffachen des tatsächlich verursachten Schadens.
-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Das „überarbeitete Informations- und Kommunikationsgesetz“ soll indes erst dann greifen, wenn „gewinnorientierte Informationsverleger“ innerhalb von drei Monaten mindestens dreimal falsche oder manipulierte Meldungen veröffentlicht und mit diesen Inhalten Einnahmen erzielt haben. Onlineplattformen ab einer täglichen Nutzerzahl von im Schnitt einer Million Besuchern müssen zudem ein Verfahren zur Meldung von Hass und Hetze und dem Umgang damit einrichten.
Was Experten sagen
Satire und Parodie sollen unberührt bleibenDas Gesetz definiert Meldungen als illegal, wenn sie zu Gewalt und Diskriminierung wegen Rasse, Region, Nationalität, Geschlecht und anderen Merkmalen anstiften. Jeder kann den Plattformbetreibern Meldung erstatten, die darauf zunächst selbst über Maßnahmen entscheiden sollen. Über Streitfragen zu Löschungen oder etwaigem Schadenersatz entscheiden die Gerichte.
Als Falschinformation juristisch erfasst sollen dabei nur Fälle, bei denen der Verbreiter weiß, dass sie falsch oder manipuliert sind, dass er mit Schädigungsabsicht oder zum unlauteren Vorteil handelt und dadurch Persönlichkeits- oder Vermögensrechte oder das öffentliche Interesse verletzen. Satire und Parodie bleiben davon unberührt. Private Gespräche oder Chats auf diesen Plattformen fallen ebenfalls nicht unter die neuen Regeln.
Wenn aber ein Informationsportal rechtskräftige Urteile missachtet und Fake News mindestens zweimal weiterverbreitet, kann es mit einer Geldstrafe von bis zu einer Milliarde Won belangt werden.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





