
Schweizer Privatbank: Julius Bär berappelt sich nach dem Desaster mit René Benko
Schweizer Privatbank : Julius Bär berappelt sich nach dem Desaster mit René Benko Von Johannes Ritter 21.07.2026, 19:18Lesezeit: 3 Min. Am Zürichsee: Im Hause Julius Bär beruhigt sich die Lage.Picture AllianceDer...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Schweizer Privatbank : Julius Bär berappelt sich nach dem Desaster mit René Benko Von Johannes Ritter 21. 2026, 19:18Lesezeit: 3 Min. Am Zürichsee: Im Hause Julius Bär beruhigt sich die Lage.
Picture AllianceDer Schweizer Vermögensverwalter erzielt im ersten Halbjahr ein Rekordergebnis und übertrifft die Erwartungen der Analysten. Trotzdem gibt der Aktienkurs nach. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Nach schweren Jahren scheint sich Julius Bär zunehmend zu berappeln.
Die Einzelheiten
Der Schweizer Vermögensverwalter meldet für das erste Halbjahr 2026 einen rekordhohen Konzerngewinn von 673 Millionen Franken. Das ist mehr als doppelt so viel wie in der entsprechenden Vorjahreszeit, die freilich durch Sonderlasten aus dem Verkauf des lokalen Geschäfts in Brasilien und Wertberichtigungen auf Immobilienkredite beeinträchtigt war. Obwohl das Ergebnis besser ausgefallen ist als von Analysten erwartet, sank der Aktienkurs im Verlauf des Dienstags um vier Prozent auf 70,80 Franken.
Dies könnte auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein. Denn der Kurs war jüngst auf ein Allzeithoch von 75 Franken gestiegen. In diesem Aufschwung spiegelt sich die Zuversicht der Investoren, dass Julius Bär die Wunden der Vergangenheit nun mehr oder weniger nachhaltig geschlossen haben könnte.
Die Zürcher Bank, die per Ende Juni Kundengelder von 547 Milliarden Franken verwaltete, hatte durch hochriskante Geschäfte mit dem österreichischen Immobilienjongleur René Benko das Vertrauen der Investoren und auch vieler Kunden verspielt. Das Kreditengagement bei Benkos zusammengebrochener Signa-Gruppe brockte den Schweizern Verluste von 600 Millionen Franken ein. Dieses Fiasko kostete dem damaligen Vorstandschef Philipp Rickenbacher den Job.
Was Experten sagen
Mit etwas Verzögerung gab auch der Verwaltungsratspräsident Romeo Lacher seinen Posten auf. Ihm folgte der Brite Noel Quinn, der bis 2024 die britische HSBC-Gruppe geführt hatte. Rigoroser SparkursDie operative Leitung von Julius Bär liegt seit Anfang 2025 in den Händen des Schweizers Stefan Bollinger.
Der ehemalige Goldman-Sachs-Partner zog ein rigoroses Kostensenkungsprogramm durch, das mit dem Abbau von 400 Stellen einherging. Zugleich stutzte er den Vorstand um zwei Drittel auf fünf Mitglieder zurück. Wenn im August der Amerikaner Peter Burrill, von der britischen Bank Standard Chartered kommend, die seit 2022 amtierende Finanzchefin Evie Kostakis ablöst, wird die oberste Führungsspitze komplett aus Neuzugängen bestehen, die von außen hereingeholt wurden.
Offenbar fehlte Bollinger das Vertrauen, dass ein echter Neuanfang mit der alten Garde auf wichtigen Feldern wie dem Risikomanagement und dem Umgang mit Rechtsrisiken (Compliance) möglich war. Dieser Einsicht lag die ernüchternde Erkenntnis zugrunde, dass die Altlasten längst nicht so weit bereinigt waren, wie er das vor seinem Amtsantritt erwartet hatte. Man habe die Lösung der Probleme zu lange in die Zukunft verschoben, gab Bollinger vor ein paar Monaten zu Protokoll.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.




