
Streit um stehende Bänke: Die rätselhafte Begründung im Plagiatsstreit der Manifesta
Streit um stehende Bänke : Die rätselhafte Begründung im Plagiatsstreit der Manifesta Von Hubert Spiegel 01.07.2026, 21:16Lesezeit: 4 Min. Ein Plagiat? „Elevation“ von Nasan Tur in der künftigen Kulturkirche St. Gertrud...
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Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Streit um stehende Bänke : Die rätselhafte Begründung im Plagiatsstreit der Manifesta Von Hubert Spiegel 01. 2026, 21:16Lesezeit: 4 Min. „Elevation“ von Nasan Tur in der künftigen Kulturkirche St.
Gertrud in EssenHubert SpiegelZwei Künstler, sechzehn Jahre Abstand und ein Streit, der vor Gericht landen könnte: Eine Installation in Essen sorgt für böses Blut. Sogar eine Kuratorin muss sich für ihre Unwissenheit rechtfertigen. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Seit etwas mehr als zwanzig Jahren arbeitet der dänische Künstler Jeppe Hein mit einem Konzept, das unter der Bezeichnung „modified social benches“ bekannt wurde.
Die Einzelheiten
Hein, der in Kopenhagen und an der Frankfurter Städelschule studiert hat, verbiegt Parkbänke auf nahezu jede erdenkliche Weise. Er lässt ihre Sitzflächen Kreise und sogar Loopings beschreiben oder die Rückenlehnen in Wellen verlaufen. Der praktische Nutzen seiner Objekte, die in New York, Singapur, Adelaide und vor dem Kunstmuseum in Mülheim an der Ruhr zu finden sind, ist dementsprechend oft ein wenig eingeschränkt.
Die interaktiven Skulpturen, als die Hein seine Kunstwerke begreift, erfüllen zwar überwiegend noch ihre ursprüngliche Funktion, erfordern aber mitunter eine gewisse Körperbeherrschung, um nicht zu sagen: Biegsamkeit ihrer Benutzer. Hein, Jahrgang 1974, wollte mit seinen Objekten zunächst nur darauf aufmerksam machen, dass Sitzgelegenheiten für jedermann im öffentlichen Raum immer seltener geworden waren. Mittlerweile sind seine Bankobjekte, zu denen später noch deformierte Straßenlaternen hinzukamen, zu einem Markenartikel geworden.
Der ehemalige Assistent von Ólafur Elíasson hat seine modifizierten Bänke, die er zum Teil auch in die Vertikale ragen lässt, unter anderem auf der Biennale in Venedig gezeigt und ist international etabliert. In Künstler- und Kuratorenkreisen käme wohl niemand auf die Idee, kunstvoll verbogene Parkbänke auszustellen und zu behaupten, er habe halt zufällig dieselbe Idee gehabt wie Jeppe Hein, von dem er leider, leider noch nie zuvor gehört habe. -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.
Was Experten sagen
bei Google bevorzugen Dialog? Leider keine einfache SacheKirchenbänke sind keine Parkbänke. Aber auch Kirchenbänke stehen im öffentlichen Raum.
Sobald sie hochkant gestellt werden, entfaltet sich ihr skulpturaler Charakter, sie verlieren ihre ursprüngliche Funktion, um eine neue Funktion auszuüben. Die Künstlerin Dorothee Bielfeld hat vor fünfzehn Jahren im Hauptschiff der Christ-König-Kirche in Bochum 29 Kirchenbänke in die Vertikale stemmen lassen. Sie gab ihrer Installation, die im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2010 stattfand, den Titel „aufrichten“.
Kannte sie damals Jeppe Heins Konzept der „modified social benches“? Das ist gut möglich, denn Kunst entsteht nicht zuletzt aus Kunst, die Rezeption bereits vorhandener Werke führt zur Entstehung von etwas Neuem.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.




