
Verbrechen im Roman: Wie Mörder moralische Gewissheiten ins Wanken bringen
Verbrechen im Roman : Wie Mörder moralische Gewissheiten ins Wanken bringen Gastbeitrag Von Mathias Mayer 05.07.2026, 17:11Lesezeit: 6 Min. Klaus Kinski als Woyzeck in Werner Herzogs Büchner-Verfilmung von 1979. Die vom...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Verbrechen im Roman : Wie Mörder moralische Gewissheiten ins Wanken bringen Gastbeitrag Von Mathias Mayer 05. 2026, 17:11Lesezeit: 6 Min. Klaus Kinski als Woyzeck in Werner Herzogs Büchner-Verfilmung von 1979.
Die vom Titelhelden ermordete Marie spielt Eva Mattes. Picture AllianceDie Literatur greift nicht nur auf das Gute zurück, um moralische Ordnungen aufzubrechen. Eine Leichenöffnung des Lasters – von Schillers Räuberhauptmann bis zu Musils Prostituiertenmörder.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Im landläufigen Gebrauch gehören Begriffe wie „Moral“ und „Ethik“ oftmals eng zusammen. Sie verweisen auf den Bereich der Wertung, der Unterscheidung von Gut und Böse, und dabei wird ihnen nicht selten eine gewisse Eindeutigkeit zugesprochen oder abverlangt. Aber neben begrifflichen Differenzierungen, die Moral mit einem Urteil, Ethik mit der Frage zu verbinden, wie man dazu kommt, etwas als gut zu beurteilen (Annemarie Pieper), gibt es auch die lebensnähere Möglichkeit, das Verhältnis von „Gut“ und „Böse“ als eine menschliche Erfahrung zu erzählen – oder zu dramatisieren.
Man kann von „literarischer Ethik“ sprechen. Eine der überzeugendsten und zugleich knappsten Prüfungen, die vermeintlich klare Unterscheidung von „Gut“ und „Böse“ ins Schwanken zu bringen, findet sich im unvollendet gebliebenen Faust-Fragment von Lessing. In einer der erhaltenen Szenen tritt Faust zusammen mit sieben Geistern beziehungsweise Teufeln auf, die in seinen Dienst treten wollen und sich jeweils selbst charakterisieren.
Den anspruchsvollen Ketzer überzeugen die Geister allesamt nicht, nur der letzte. Er sei so schnell „als der Übergang vom Guten zum Bösen“, was Faust begeistert: „du bist mein Teufel! So schnell als der Übergang vom Guten zum Bösen!
Was Experten sagen
– Ja, der ist schnell, schneller nichts als der! “ Lessings Faust wird im Unterschied zur Faust-Tradition zu einem Proto-Aufklärer, der schon die Fragwürdigkeit des vermeintlich Selbstverständlichen erkennt. -Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.
bei Google bevorzugen Literatur zeigt sich als Seismograph solcher Umschlagmomente ins Gegenteil, sie konfrontiert uns immer wieder mit Szenen, in denen die moralische Ordnung von Gut und Böse plötzlich infrage gestellt oder gar umgekehrt wird. Und sie greift dazu gerade nicht auf Figuren zurück, die man als „gut“ oder moralisch bezeichnen würde, sondern die sich als zweifellos unmoralisch erweisen. Aber ihr von der Gesellschaft diskreditiertes und bestraftes Verhalten führt nicht bloß zu einer literarischen Verurteilung.
Vielmehr werden begangene Verbrechen, also unmoralische Vorgänge, als Erfahrungen dargestellt, in denen moralische Setzungen von Gut und Böse aufgebrochen werden. „Gute Gefühle bringen schlechte Literatur hervor“, so zitierte Pierre Bourdieu einmal André Gide.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





