
Ver.di-Chef zieht rote Linien für die Reformpläne der Regierung
Widerstand angekündigt Ver.di-Chef zieht rote Linien für die Reformpläne der Regierung Kanzer Merz will bis zur Sommerpause richtungsweisende Sozial- und Wirtschaftsreformen beschließen. Gewerkschaftsboss Werneke hält...
Auf internationaler Bühne bahnt sich eine bedeutende Geschichte an. Widerstand angekündigt Ver. di-Chef zieht rote Linien für die Reformpläne der Regierung Kanzer Merz will bis zur Sommerpause richtungsweisende Sozial- und Wirtschaftsreformen beschließen. Gewerkschaftsboss Werneke hält so manche der diskutierten Maßnahmen aber gar nicht erst verhandelbar.
28 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Artikel anhören (3 Minuten) 3 Min X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Ver.
Die Einzelheiten
di-Chef Werneke: »Absolute No-Gos« formuliert Foto: Rolf Vennenbernd / picture alliance / dpa Der deutsche Sozialstaat soll nach dem Willen von Bundeskanzler Friedrich Merz tiefgreifend reformiert werden, zentrale Schritte sollen noch vor der Sommerpause präsentiert und angestoßen werden. Für das geplante Reformpaket hat der Chef der großen Dienstleistungsgewerkschaft Ver. di nun aber schon mal mehrere mögliche Maßnahmen als nicht verhandelbar bezeichnet.
»Für uns gibt es rote Linien, ganz klar«, sagte Ver. di-Chef Frank Werneke dem »Handelsblatt« . Einschränkungen des Streikrechts oder des Kündigungsschutzes seien rote Linien.
»Absolute No-Gos sind auch eine Erhöhung des Renteneintrittsalters, eine Absenkung des Rentenniveaus und eine Verlängerung der täglichen Höchstarbeitszeit allein per Direktionsrecht der Arbeitgeber«, fügte Werneke hinzu. Rentenalter als SchmerzpunktDie Vertreter der Gewerkschaften und der Arbeitgeber treffen sich am 10. Juni erstmals mit dem Kanzler, bis zur Sommerpause soll das Reformpaket der Regierung stehen.
Was Experten sagen
Werneke zeigte sich gesprächsbereit, kündigte aber zugleich Widerstand für den Fall an, dass rote Linien der Gewerkschaften überschritten würden. »Wenn der Begriff Reform nur eine Chiffre für Sozialabbau ist, dann wird es dagegen Proteste geben«, kündigte Werneke an. Der Umfang der Aktionen hänge von der Gesamtkonstellation ab, also neben der Arbeitszeitregelung auch von Rente, Pflege, Kündigungsschutz und Gesundheitssystem.
Mehr zum Thema Schwierige Sozialreformen: Deutschland, Frustland! Eine Kolumne von Henrik Müller Angebliche Kommissionsvorschläge: Das steckt hinter den Berichten zur »Rente mit 70« Von Benjamin Bidder, Christian Teevs und Markus Dettmer Umfrage vom »Politbarometer«: Viele Deutsche wollen Reformen, sehen aber wenig Bereitschaft – und trauen sie der Politik nicht zu Eine Erhöhung des gesetzlichen Eintrittsalters bei der Rente wäre für viele »eine Rentenkürzung durch die Hintertür – und das bei ohnehin niedrigem Rentenniveau«, warnte etwa Werneke. Entsprechende Berichte, in denen gar von einer »Rente mit 70« die Rede war, hatten in den vergangenen Tagen für Unruhe gesorgt, auch wenn die zuständige Rentenkommission dies umgehend dementiert hat .
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





