
Wilke-Wurst-Prozess: Angeklagte schweigen zu Gammelfleisch-Skandal mit elf Toten
Wilke-Wurst-Prozess : Angeklagte schweigen zu Gammelfleisch-Skandal mit elf Toten 06.07.2026, 16:41Lesezeit: 3 Min. Kassel: Eine Angeklagte nimmt zum Prozess um den Lebensmittelskandal beim früheren Wurstwarenhersteller...
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Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: Wilke-Wurst-Prozess : Angeklagte schweigen zu Gammelfleisch-Skandal mit elf Toten 06. 2026, 16:41Lesezeit: 3 Min. Kassel: Eine Angeklagte nimmt zum Prozess um den Lebensmittelskandal beim früheren Wurstwarenhersteller Wilke im Landgericht Platz.
dpaListerien in Wurstwaren, elf Tote, Dutzende Krankheitsfälle: In Kassel hat der Prozess gegen drei frühere Verantwortliche der Wurstfabrik Wilke begonnen. Die Beschuldigten äußern sich zunächst nicht. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Mit Skibrille und Gesichtsmaske vermummt, betritt eine der Angeklagten den Gerichtssaal des Landgerichts Kassel, um sich vor den zahlreichen Kameras der anwesenden Presse zu schützen.
Die Einzelheiten
Seit Montag sitzt die Fünfundfünfzigjährige zusammen mit den beiden 57 und 58 Jahre alten Männern nach einem der schwersten deutschen Lebensmittelskandale der vergangenen Jahre auf der Anklagebank. Die drei ehemaligen leitenden Mitarbeiter der Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren im nordhessischen Twistetal sollen dafür verantwortlich sein, dass mit Listerien verseuchte Fleisch- und Wurstwaren über Jahre in den Handel gebracht wurden, die den Tod von elf Menschen zumindest mitverursacht haben sollen. Listerien sind eine Familie von Bakterien, die sich auch in kühler Umgebung vermehren.
-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen Der Vorwurf gegen den ehemaligen Geschäftsführer der Fabrik, seine Stellvertreterin sowie den damaligen Produktionsleiter lautet unter anderem fahrlässige Tötung in elf Fällen sowie fahrlässige Körperverletzung in sieben Fällen. Zum Prozessauftakt vor der 2.
(Wirtschafts-)Strafkammer äußerten sich die Beschuldigten nicht. Ein Versuch der Verständigung, die dem Gericht erlaubt hätte, den Angeklagten im Gegenzug für ein Geständnis eine bestimmte Strafe in Aussicht zu stellen, scheiterte zunächst. Staatsanwaltschaft: „Katastrophale hygienische Bedingungen“Die Staatsanwaltschaft warf den Angeklagten am ersten Verhandlungstag vor, sie hätten von 2015 bis 2019 „unter katastrophalen hygienischen Bedingungen“ keimbelastete Wurst produzieren lassen.
Was Experten sagen
Bereits durch die gesamte bauliche Situation des Betriebs, den die Staatsanwaltschaft nicht namentlich nennt, durch Feuchtigkeit und eine fehlende Trennung reiner und unreiner Bereiche der Produktion hätten sich Listerien ansiedeln und verbreiten können. Überdies sollen die Beschuldigten der Anklage zufolge teilweise verdorbene Ware aufbereitet beziehungsweise überlagerte Ware mit einem gefälschten Mindesthaltbarkeitsdatum versehen und in den Handel gebracht haben. Den Angeklagten sei klar gewesen, dass die in dem Betrieb produzierten Lebensmittel gesundheitsschädlich gewesen seien, erklärte die Staatsanwaltschaft.
Sie hätten es dennoch unterlassen, die Behörden zu informieren und die Waren zurückzurufen. Mit ihrem Handeln hätten sie Gesundheitsschäden und die Gefährdung einer Großzahl an Personen billigend in Kauf genommen.
Das Thema zählt nun zu den wichtigsten Punkten der globalen Agenda.





