
WM-Kolumne „Blind Date“: „Kannste dir nicht ausdenken“
WM-Kolumne „Blind Date“ : „Kannste dir nicht ausdenken“ Gastbeitrag Von Andreas Merkel 29.06.2026, 10:49Lesezeit: 4 Min. Was man wohl sieht, wenn man so hinschaut? Fan von Saudi-Arabien beim Spiel gegen Kap VerdedpaIn...
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Hier sind die aktuellen Nachrichten aus aller Welt: WM-Kolumne „Blind Date“ : „Kannste dir nicht ausdenken“ Gastbeitrag Von Andreas Merkel 29. 2026, 10:49Lesezeit: 4 Min. Was man wohl sieht, wenn man so hinschaut?
Fan von Saudi-Arabien beim Spiel gegen Kap VerdedpaIn Woche zwei seines WM-Boykott-Versuchs freut sich Andreas Merkel über gute Ecuadorianer, stößt auf die Gefahr der Selbsterkenntnis und erklärt, was einen guten Heatcoach auszeichnet. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Während irgendwo auf dem nordamerikanischen Kontinent meines WM-Nichtwissens in der Nacht von Freitag auf Sonnabend Saudi-Arabien gegen Kap Verde spielt, sind wir auf mondbeschienenen Autobahnen nach Norddeutschland unterwegs. Meine Frau, Edberg und ich fahren nachts, weil tagsüber der Asphalt auf der A 24 aufweichte und wir den altersschwachen Edberg vor der Berliner Hitze schützen müssen.
Die Einzelheiten
Edberg ist ein tennisballsüchtiger Hund, der – klassisches Sportlerschicksal – wegen Arthrose tragischerweise keine Bälle mehr apportieren darf, dafür aber noch Fußball mitguckt, vor allem natürlich den FC. Die WM verfolgen wir beide bisher, als wären wir nicht gemeint. Donnerstagabend hechelte Edberg unterm Couchtisch, während ich isotonisches Alkoholfrei-Radler in mich reinschüttete, weil ich gerade noch in der Saunaatmosphäre des Ping-Pong-Klubs „Ding Dong“ sechzehn Sätze Tischtennis gespielt hatte.
-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F. bei Google bevorzugen „Eine gute Idee, die nicht funktioniert“Nebenher lief WM: Edberg und ich freuten uns über die guten Ecuadorianer. Dass Sané durchspielen durfte, war für uns kein Grund für nationale Besorgnis, eher ein mittel interessantes psychologisches Problem von Nagelsmann: Was der in dem wohl sehen mag?
Freitagnacht ist es dann aber höchste Zeit, die Stadt zu verlassen, um in Schleswig-Holstein im kühlen Keller des Elternhauses schlafen zu können – und Saudi-Arabien nicht zu gucken. Für meinen WM-Boykott gibt es jetzt immer wieder den Ratschlag: „Du bist doch Ghostcoach des Nichtschauens: Denk dir das Spiel einfach aus! Das Gute an der Idee ist, dass sie nicht funktioniert.
Was Experten sagen
Man kann sich ein nicht geschautes Fußballspiel ebenso wenig ausdenken, wie man sich einen nie gehabten Freund oder ein nicht gegessenes Mittagessen ausdenken kann – also generell schon, aber im Konkreten physisch unbefriedigend und psychologisch nicht unproblematisch. Sport und Fiktion, das geht eigentlich nie gut: siehe auch „Wunder von Bern“, „Forrest Gump“ oder „Mein Leben als Tennisroman“. – Kannst du dir nicht ausdenken: das superblöde Eigentor, das episch langweilige 0:0, den Traumpass zum 5:4 in der 97.
Kann sich keiner ausdenken: das Wunderbare am Fußball. Kannste dir nicht ausdenken: Das „Wunder von Bern“ der deutschen Fußball-Nationalmannschaft 1954, hier mit Fritz Walter (Mitte) und Horst Eckel auf den Schultern von Fans.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





