
Alexander Hurst wurde an der Börse: »Es ist erstaunlich, wie schnell man zum Arschloch wird«
Börsenzocker »Die Gier hat den Verstand ausgeschaltet, ich war ein Besessener« Alexander Hurst brachte es mit riskanten Börsengeschäften binnen Monaten zum Millionär – und verlor alles wieder. Hier erzählt er, wie das...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Börsenzocker »Die Gier hat den Verstand ausgeschaltet, ich war ein Besessener« Alexander Hurst brachte es mit riskanten Börsengeschäften binnen Monaten zum Millionär – und verlor alles wieder. Hier erzählt er, wie das viele Geld sein Beziehungsleben veränderte und warum junge Männer so anfällig fürs Zocken sind. Ein Interview von Leo Klimm, Paris 13.
29 Uhr Zur Merkliste hinzufügen Audio steht in Kürze zur Verfügung In Kürze bereit X. com Facebook E-Mail Link kopieren Weitere Optionen zum Teilen X. com Facebook E-Mail Messenger WhatsApp Link kopieren Bild vergrößern Autor Hurst in seiner Pariser WG: »Ich dachte, dass auch mein Dating-Leben einfacher würde« Foto: Antoine Doyen Hurst, 35, wuchs in der US-Industriestadt Cleveland auf, seine Eltern beschreibt er als besitzlose Hippies.
Die Einzelheiten
2014 kam er für Studien an der London School of Economics and Sciences Po Paris nach Europa. Seine Erlebnisse als Smartphone-Trader, der jeden Tag dem großen Geld hinterherjagt, hat er in einem Buch festgehalten, das nun auf Deutsch erscheint: »Die besten 1,2 Millionen Dollar, die ich je verloren habe«. Goldmann; 304 Seiten; 18 Euro.
SPIEGEL: Herr Hurst, Ihr Finanzabenteuer endete im Fiasko. Statt mehr als einer Million Dollar, die Sie zwischenzeitlich besaßen, hatten Sie 100. 000 Dollar Schulden beim US-Fiskus und einer Bank.
Was ist Ihr Kontostand heute? Hurst: Knapp über null, immerhin. Ich konnte die Steuerschulden herunterhandeln, auf 29.
Was Experten sagen
Die Behörden haben eingesehen, dass bei mir nicht mehr zu holen ist. Ich stehe finanziell wieder genau da, wo ich vor dem Intermezzo als Börsenhändler war. SPIEGEL: Sie haben angefangen zu zocken, als im Frühjahr 2020 die erste Coronawelle anrollte.
Hurst: Ich war 29 und pleite. Einmal wischte ich auf meinem Smartphone von der Dating-App Bumble hinüber ins Internetforum Reddit. Dort entdeckte ich das Unterforum WallStreetBets, Wall-Street-Wetten.
Ich wollte nicht mehr wie ein Bettelstudent leben und dachte, dass auch mein Dating-Leben einfacher würde, müsste ich nicht mehr in einer WG wohnen, wo mich nur eine Pappwand von meiner Mitbewohnerin trennte. 500 Euro Startkredit von der BankSPIEGEL: Über Reddit ins Börsengeschäft? Hurst: Ja, dort berichteten Nutzer, die mir finanztechnisch nicht gebildeter erschienen als ich, sie hätten eine Million Dollar mit Aktienoptionen des Autoherstellers Tesla gemacht.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





