
Antirassismus-Comedy im Kika: Die biodeutsche Oma fällt in den braunen Fluss
Antirassismus-Comedy im Kika : Die biodeutsche Oma fällt in den braunen Fluss Von Michael Hanfeld 12.05.2026, 16:50Lesezeit: 3 Min. Finale von „Almaniac“Critical Cat I/XDie Sketch-Comedy „Moooment!“ im...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Antirassismus-Comedy im Kika : Die biodeutsche Oma fällt in den braunen Fluss Von Michael Hanfeld 12. 2026, 16:50Lesezeit: 3 Min. Finale von „Almaniac“Critical Cat I/XDie Sketch-Comedy „Moooment!
“ im öffentlich-rechtlichen Kika soll Kindern Rassismus erklären. Sie will Stereotype knacken, produziert sie aber selbst. Und jetzt ist sie plötzlich offline.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Im Jahr 2021 sah die Sache noch anders aus oder – sie wurde anders gesehen. Da ging beim öffentlich-rechtlichen Kinderkanal Kika eine fünfteilige Sketch-Comedy mit dem Titel „Moooment! “ zum Thema Alltagsrassismus auf Sendung.
Darin treten sechs Mädchen und Jungen im Alter von zwölf, dreizehn Jahren auf, halten in bestimmten Situationen die Zeit an, springen in die Szene und erklären, warum dieses oder jenes rassistisch ist, etwa wenn Opa einen Witz von einem Jugoslawen, einem Türken und sonst wem erzählt. Da steht er dann und ist eingefroren, während die sechs „Moooment! “-Gescheiten erklären, warum das nicht geht und „wie sinnlos und dumm Rassismus ist“.
„Woher kommen Vorurteile, was ist Othering? “„Was ist Rassismus, woher kommen Vorurteile, was ist Othering, was sind Mikroaggressionen“, das wolle man auf phantasievolle Weise erklären, schreibt die zuständige Redakteurin Steffi Warnatzsch-Abra. Vor allem wolle man „Kinder mit Migrationsgeschichte und verschiedenen kulturellen Hintergründen durch Wertschätzung stärken, sie empowern“.
Was Experten sagen
Das wurde wohlwollend zur Kenntnis genommen und mit vier Preisnominierungen honoriert (Grimme, Civis, Goldener Spatz, Prix de Jeunesse). Doch jetzt, im Mai 2026, sind die Episoden von der Kika-Plattform verschwunden. Und das hat mit einer möglichen Neubewertung zu tun.
Die Antirassismus-Comedy, die rassistische Stereotype aufspießen will, kommt nämlich ihrerseits nicht ohne dieselben aus. Konterpart der sechs jungen Aufklärer sind zum Beispiel die klassischen „biodeutschen“ Großeltern mit ihren Vorurteilen, die es zu entlarven gilt. Das reicht in einem Sketch hin bis zu dem – fiktiven – Videospiel „Almaniac – The Game“, bei dem eine grauhaarige Großmutter als „Endgegner“ mit komplizierten deutschen Wörtern und Bratwürsten um sich wirft, bevor sie als Spielverliererin von einer Brücke in einen braungefärbten Fluss plumpst.
Keine Intention, „Großeltern zu diskriminieren oder zu unterstellen, sie seien rassistisch“Ist das nicht seinerseits antideutsch? Oder zumindest wenig kindgerecht, unterkomplex, um nicht zu sagen so doof, wie sich Jan Böhmermann für schlau hält? Die Kika-Verantwortlichen fanden das damals passend, halten die Geschichte jetzt aber vorläufig an.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





