
architektur in Russland: Wenn Denkmäler wie eine Bedrohung erscheinen
architektur in Russland : Wenn Denkmäler wie eine Bedrohung erscheinen Von Mikhail Ilchenko 09.05.2026, 12:32Lesezeit: 6 Min. Wenn man nur genau genug hinschaut, ist der totalitärer Geist der Architektur zu erkennen:...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. architektur in Russland : Wenn Denkmäler wie eine Bedrohung erscheinen Von Mikhail Ilchenko 09. 2026, 12:32Lesezeit: 6 Min. Wenn man nur genau genug hinschaut, ist der totalitärer Geist der Architektur zu erkennen: Metrostation Komsomolskaya in MoskauMauritiusIn vielen russischen Städten engagieren sich Aktivisten für das architektonische Erbe der Sowjetunion.
Doch seit Beginn der Invasion in die Ukraine sehen viele diese Bauten anders. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Seit etwa zehn Jahren ist die Begeisterung für das architektonische Erbe der Sowjetunion, insbesondere die Avantgarde, aber auch für den stalinistischen Neoklassizismus, ja sogar für die sowjetische Nachkriegsmode in der intellektuellen russischen Jugend ein Modetrend. Aufstrebende Künstler, Designer, Forscher haben in den utopischen sowjetischen Projekten einen romantischen Traum von der Zukunft erblickt und die Rettung der verfallenden Gebäude zu ihrer Mission gemacht.
Die Einzelheiten
Initiativen zur Erhaltung von Denkmälern der sowjetischen Avantgarde zogen renommierte internationale Experten in russische Städte und vermittelten Aktivisten das Gefühl, einem globalen Kulturraum anzugehören. Seit Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine haben freilich viele von ihnen das Land verlassen. Doch sowohl für sie wie auch für die Daheimgebliebenen haben sich der Kontext und die Bedingungen der Diskussion über sowjetische Architektur grundlegend verändert.
Die Moskauer Metro sei ein eindrucksvolles sowjetisches Architekturdenkmal, sagt Alexandra Selivanova, einstmals Kuratorin und Leiterin des Zentrums für Avantgarde in Moskau und eine der bekanntesten jüngeren Forscherinnen über die sowjetische Architektur. Doch seit 2022 sehe sie diese Architektur mit anderen Augen, so Selivanova, und zwar nicht mehr als Forscherin. Die monumentalen Räume hätten sie mit Angst, Entsetzen, Abscheu und Ekel erfüllt.
„Für mich war das ein Schock“, sagt sie. Selivanova verließ Russland, und das Zentrum für Avantgarde, das vor allem von jungen, unabhängigen Forschern getragen wurde, stellte seine Arbeit ein. Erinnerung an enthusiastische Arbeit unter schwierigen BedingungenHeute setzt Selivanova ihre Forschungen zu den sowjetischen Avantgarde-Experimenten der Zwanzigerjahre des vorigen Jahrhunderts an der Bauhaus-Universität in Weimar fort.
Sie habe sich immer für die Popularisierung der sowjetischen Avantgarde und ihrer progressiven Ideen eingesetzt, betont die Forscherin. Doch es habe ihr stets missfallen, wie diese Architektur zu ästhetischen Attrappen gemacht worden sei, die von den Machthabern instrumentalisiert würden. Für russische Intellektuelle, die nach dem Ende der Sowjetunion geboren wurden, bot die Beschäftigung mit dem architektonischen Erbe die Möglichkeit, die Geschichte ihres Landes unter dem Gesichtspunkt seines Innovationspotentials zu betrachten.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





