
Berlin und das USA-Jubiläum: Was ist bloß mit den Museen in der Hauptstadt los?
Berlin und das USA-Jubiläum : Was ist bloß mit den Museen in der Hauptstadt los? Ein Kommentar von Andreas Kilb 03.07.2026, 14:48Lesezeit: 2 Min. Kunst im Wind und vor allem Kleinkram: Die Präsidentin der Stiftung...
July 31 — İsrail x Hizbullah ile kalıcı barış anlaşması...?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Berlin und das USA-Jubiläum : Was ist bloß mit den Museen in der Hauptstadt los? Ein Kommentar von Andreas Kilb 03. 2026, 14:48Lesezeit: 2 Min.
Kunst im Wind und vor allem Kleinkram: Die Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Marion Ackermann, und der Direktor der Nationalgalerie, Klaus Biesenbach, bei der Enthüllung von Gilbert Bakers „Rainbow Flag“dpaSie machen einen großen Regenbogen um Amerika: Der 250. Geburtstag der USA hätte den Berliner Museen Gelegenheit zu einer großen Ausstellung mit US-Kunst geboten. Können sie so etwas überhaupt noch?
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App In Dahlem, bei den Ethnologen, wird ein Care-Paket gezeigt. Im Humboldt-Forum greift eine Sonderpräsentation „Aspekte rund um Grönland und das immaterielle Erbe der Inuit“ auf. Am Potsdamer Platz bietet das Musikinstrumentenmuseum eine Führung zu Objekten aus seiner Sammlung an, „denen demokratische Kontexte zugeschrieben werden können“.
In der Gemäldegalerie wurde ein Kabinett für die naiven erotischen Zeichnungen der Amerikanerin und Wahlberlinerin Dorothy Iannone freigeräumt, kombiniert mit noch naiveren Zeichnungen der Spanierin Alejandra Pombo Su. Und die Neue Nationalgalerie schräg gegenüber stellt Glenn Ligons Neonröhren-Installation „Double America“ aus, während vor dem Gebäude die Regenbogenflagge von Gilbert Baker weht, frisch eingeflogen aus dem MoMA in New York. Staatliche Ausstellungshäuser für private Großkunst?
Das sind, mehr oder minder, die musealen Aktivitäten der Häuser der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zum zweihundertfünfzigsten Jahrestag der Amerikanischen Revolution. Geht’s noch eine Nummer kleiner? Im letzten Jahr hatte der Kulturmanager Walter Smerling versucht, den Kanzler samt Kulturstaatsminister für sein Projekt einer Jubiläumsschau mit amerikanischer Großkunst aus Privatsammlungen einzuspannen, möglichst in einem der Berliner Museen.
Was Experten sagen
Dieser Plan, staatliche Ausstellungshäuser für private Zwecke zu kapern, wurde mit guten Gründen abgeschmettert. Naive politische Erotik: Dorothy Iannones „Statue of Liberty“ von 1977Staatliche Museen zu Berlin, KupferstichkabinettAber das jetzt vorgestellte Programm der Preußenstiftung setzt Smerlings Vorhaben in ein anderes Licht. Hat die größte deutsche Kulturinstitution wirklich nicht die Mittel, zum Geburtstag der Vereinigten Staaten eine repräsentative Ausstellung auf die Beine zu stellen?
Kunstwerke, die man zeigen könnte, gibt es in ihren Sammlungen genug: Bilder von Emanuel Leutze, dem Maler von Washingtons Delaware-Überquerung, auf der Museumsinsel, Grafiken von Joseph Fennell oder Louise Bourgeois im Kupferstichkabinett, amerikanische Avantgardekunst der Nachkriegszeit von Rothko und Twombly über Warhol, Rauschenberg und Lichtenstein bis Bruce Nauman und Duane Hanson in der Sammlung der Nationalgalerie.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





