
Besuch in Serbien geplant: Vučić lässt Selenskyj in Putins Hinterhof auftreten
Besuch in Serbien geplant : Vučić lässt Selenskyj in Putins Hinterhof auftreten Von Michael Martens, Belgrad 19.05.2026, 16:47Lesezeit: 5 Min. Wolodymyr Selenskyj und Aleksandar Vučić beim vierten...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Besuch in Serbien geplant : Vučić lässt Selenskyj in Putins Hinterhof auftreten Von Michael Martens, Belgrad 19. 2026, 16:47Lesezeit: 5 Min. Wolodymyr Selenskyj und Aleksandar Vučić beim vierten Ukraine-Südosteuropa-Gipfel am 11.
Juni 2025 in OdessaUkrainian Presidential Press Service/ReutersIn keinem Staat Europas ist die Stimmung so kremlfreundlich wie in Serbien. Doch nun wird der ukrainische Präsident in Belgrad erwartet. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App „Am 21.
Die Einzelheiten
Mai kommt Wolodymyr Selenskyj nach Belgrad. “ Das war die Nachricht, die in der vergangenen Woche in einem kleinen Kreis in Serbiens Hauptstadt kursierte – und deren Sprengkraft niemandem verborgen blieb, der davon erfuhr. Der Besuch ist nun kurzfristig aufgeschoben worden, wie am Montag in Belgrad inoffiziell zu erfahren war.
Er soll aber, so die inoffiziellen Angaben, baldmöglichst nachgeholt werden. Eine Bestätigung von ukrainischer Seite lag zunächst nicht vor. Fest steht, dass Serbien und die Ukraine nach jahrelangen Verhandlungen kurz vor der Unterzeichnung eines Freihandelsabkommens stehen.
Der stellvertretende ukrainische Ministerpräsident Taras Katschka wird am Mittwoch in Belgrad für abschließende Gespräche über das Abkommen erwartet. Es handelt sich bei der Annäherung zwischen Belgrad und Kiew also nicht nur um Symbolpolitik. Ein Staatsbesuch des ukrainischen Präsidenten in Serbien wäre auf vielfache Weise bedeutsam.
Was Experten sagen
Serbien gehört zu den wenigen Ländern in Europa, die sich den Sanktionen gegen Russland nicht angeschlossen haben. Das lässt sich unter anderem am Belgrader Flughafen beobachten, von dem aus es tägliche Verbindungen nach Moskau und in andere russische Städte gibt. Politische Risiken für Serbiens PräsidentenZugleich ist die Stimmung eines Großteils der Bevölkerung gegenüber dem größten Nachfolgestaat der Sowjetunion nirgends so freundlich wie in dem größten Nachfolgestaat Jugoslawiens.
Putin genießt in Serbien hohe Zustimmungswerte – höher womöglich als in Russland selbst. Wenn Wolodymyr Selenskyj zu einem Staatsbesuch nach Serbien kommt, dürfte das in Moskau so empfunden werden, als dringe der Ukrainer in Putins balkanischen Hinterhof ein. In Belgrad wiederum will man zeigen: Wir sind niemandes Hinterhof, auch nicht Russlands.
Bilder von einem Empfang Selenskyjs ausgerechnet in Serbien wären eine PR-Niederlage für den Kreml. Für Serbiens Staatspräsident Aleksandar Vučić wäre ein Staatsbesuch Selenskyjs, einschließlich einer zu Ehren des Gastes mit blau-gelben Flaggen geschmückten Hauptstadt, innenpolitisch durchaus ein Wagnis. Nicht zuletzt deshalb, weil die „regierungsfreundlichen“ Medien in Serbien seit Jahren prorussische sowie antiukrainische Narrative verbreiten und damit eine entsprechende Stimmung in der Bevölkerung zwar nicht geschürt, aber doch verstärkt haben.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





