
Champions-League-Streit: Wie viel Monokultur verträgt der Handball?
Champions-League-Streit : Wie viel Monokultur verträgt der Handball? Von Frank Heike, Hamburg 04.05.2026, 18:16 Lesezeit: 3 Min. Bildbeschreibung ausklappen Im Juni 2025 jubelten die Handballer aus Magdeburg über den...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Champions-League-Streit : Wie viel Monokultur verträgt der Handball? Von Frank Heike, Hamburg 04. 2026, 18:16 Lesezeit: 3 Min.
Bildbeschreibung ausklappen Im Juni 2025 jubelten die Handballer aus Magdeburg über den Champions-League-Sieg. dpa Für die einen ist es ein Ärgernis, die anderen applaudieren: Die neuen Regeln der Champions League im Handball spalten die Szene. Vor allem deutsche Klubs sind unzufrieden mit dem Modell.
Die Einzelheiten
Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Eigentlich muss Michael Wiederer gar nicht auf die Nummer gucken, die ihn gerade anruft – sie trägt bestimmt eine deutsche Vorwahl. In der Zentrale des europäischen Verbandes im Wiener St. -Marx-Viertel wurde lange an der neuen Champions League im Handball getüftelt.
Während aus der deutschen Bundesliga nur die massive Forderung nach mehr als zwei Startplätzen kam, muss EHF-Präsident Wiederer die Belange aller Nationen berücksichtigen. An dieser Stelle kann der erfahrene Manager gar nicht anders, als sich in die Nesseln zu setzen – was er gut aushält, denn die EHF ist sowohl bei seinen Vereins- als auch bei den Länderwettbewerben auf Wachstumskurs. Was ist der dritte Platz in der Bundesliga wert?
Nun aber hat sie einen Entschluss getroffen, der die einen aufbringt und von den anderen Applaus bekommt: ab der Saison 2026/27 wird es einen direkten Startplatz für den Sieger in der European League in der Champions League geben – es könnte also so kommen, dass der THW Kiel, aktuell Fünfter der Liga, durch einen Finalsieg Ende Mai in Hamburg in der European League eine miese Saison rettet. Das hätte weitreichende Folgen. Die Bundesliga hat zwar grundsätzlich den dritten Startplatz bekommen, was für Freude und Zustimmung sorgt, schließlich ist die HBL doch mit Abstand spiel- und umsatzstärkste Liga Europas.
Was Experten sagen
Doch der dritte Platz wird nicht mehr zur Qualifikation reichen, falls ein deutscher Klub die European League gewinnt. Schindler nennt Vorgehen der EHF „unprofessionell“ Mit der nachvollziehbaren Aufwertung der European League geht eine Abwertung der HBL einher – so sehen es zumindest die betroffenen Klubs: „Dass der HBL-Dritte nicht in der Champions League spielt, wenn es einen deutschen European-League-Sieger geben sollte, halte ich für unglücklich“, sagt Marc-Henrik Schmedt, der Geschäftsführer des SC Magdeburg. Nicht nur Schmedt findet, dass die Bundesliga-Rangliste Maß der Dinge sein sollte.
Allerdings formuliert es der diplomatische Magdeburg-Chef freundlicher als etwa Christoph Schindler vom VfL Gummersbach. Schindler nannte das Vorgehen der EHF „unprofessionell“. Sein Zorn ist verständlich, hat sein VfL doch Minimalchancen auf Rang drei, der im Fall der Fälle eben nicht für die Champions League reichen würde.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





