
Deutsche Außenpolitik: Kanzler ohne klaren Kurs
Deutsche Außenpolitik : Kanzler ohne klaren Kurs Von Jochen Buchsteiner 03.05.2026, 18:51 Lesezeit: 7 Min. Bildbeschreibung ausklappen Bundeskanzler Friedrich Merz während eines Besuchs bei der Bundeswehr in Munster am...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Deutsche Außenpolitik : Kanzler ohne klaren Kurs Von Jochen Buchsteiner 03. 2026, 18:51 Lesezeit: 7 Min. Bildbeschreibung ausklappen Bundeskanzler Friedrich Merz während eines Besuchs bei der Bundeswehr in Munster am 30.
April dpa Friedrich Merz manövriert Deutschland durch den „Epochenbruch“. Fachleute erkennen Bewegung, aber keine Strategie. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Zäsuren erzwingen Neuausrichtungen.
Die Einzelheiten
So war es nach dem Dreißigjährigen Krieg, nach dem Sturz Napoleons, auch nach den Weltkriegen. Nach breiter Auffassung erlebt Deutschland wieder eine „Zeitenwende“, wenn nicht einen „Epochenbruch“ (Friedrich Merz), aber die Konsequenzen, die Berlin daraus zieht, verdichten sich für viele Beobachter zu keinem klaren Bild. An Aktivität herrscht kein Mangel.
Merz führt Deutschlands Nachbarn in unerprobten Formaten zusammen, ringt um einen neuen Umgang mit Donald Trumps Amerika und lässt die Bundeswehr massiv aufrüsten. Aber die fast atemlosen Justierungen sind von Widersprüchen gekennzeichnet. Europa müsse die „Sprache der Machtpolitik“ lernen, sagte Merz im Januar im Bundestag, um im Februar (in der Zeitschrift „Foreign Affairs“) vor der „Tragödie von Großmachtpolitik“ zu warnen.
In den Beifall mischt sich Ratlosigkeit Eindringlich beschwört er den Zusammenhalt Europas, um dann an die Adresse Amerikas zu sagen: „Wenn ihr mit Europa nichts anfangen könnt, dann macht wenigstens Deutschland zu eurem Partner. “ Vor zwei Jahren bezeichnete er China „als zunehmende Bedrohung auch unserer Sicherheit“, um bei seinem ersten Kanzlerbesuch die „Vertiefung“ der Beziehungen anzukündigen. Nach einem Jahr im Amt mischt sich in den Beifall für den „Außenkanzler“ eine Portion Ratlosigkeit.
Was Experten sagen
Wo genau sehen Merz und seine Regierung Deutschlands künftigen Platz in der aus den Fugen geratenen Weltordnung? Der Potsdamer Militärhistoriker Sönke Neitzel bezweifelt, dass derartige Überlegungen überhaupt angestellt werden. Er vermisst „gedankliche Flughöhe“ in der Regierung.
„Würden wir einen Plan finden, wenn sich dereinst die Archive des Kanzleramts öffnen? Und antwortet sich selbst: „Ich denke, es gibt keinen Plan. “ Der Politikwissenschaftler Maximilian Terhalle, zu Gast an der Hoover Institution in Stanford, verlangt von der Regierung und überhaupt von der politischen Klasse des Landes „die Bereitschaft, die Welt endlich machtpolitisch zu sehen: Wer ist für uns, wer gegen uns?
“ Es fehlten eine „übergeordnete Strategie“ und die Ausarbeitung von Szenarien. „Es gibt keinen Plan. “ Sönke Neitzel, Lehrstuhlinhaber für Militärgeschichte / Kulturgeschichte der Gewalt am Historischen Institut der Universität Potsdam.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





