
Ein Jahr Schwarz-Rot: Ihre größte Angst könnte die Koalition retten
Ein Jahr Schwarz-Rot : Ihre größte Angst könnte die Koalition retten Von Mona Jaeger , Eckart Lohse 06.05.2026, 07:02Lesezeit: 6 Min. Vier Parteichefs: der CDU-Vorsitzende Merz, die SPD-Vorsitzenden Klingbeil und Bas...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Ein Jahr Schwarz-Rot : Ihre größte Angst könnte die Koalition retten Von Mona Jaeger , Eckart Lohse 06. 2026, 07:02Lesezeit: 6 Min. Vier Parteichefs: der CDU-Vorsitzende Merz, die SPD-Vorsitzenden Klingbeil und Bas und der CSU-Vorsitzende Söder im April in BerlindpaJe schwächer Union und SPD werden, desto mehr gehen sie auf Distanz zueinander.
Wie kann die Bundesregierung das überleben? Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Für einen Juristen ist es eine seltsame Formulierung: die Vollmacht, eine Partei umzubringen. Aber als Friedrich Merz das am Sonntag in der ARD sagte, hat nicht der Jurist gesprochen, sondern der Politiker.
Die Einzelheiten
Nicht der Kanzler, sondern der CDU-Vorsitzende. Ob so geplant oder nicht, hat er kurz vor dem ersten Jahrestag seiner Wahl zum Bundeskanzler die entscheidende Begründung für seine Zögerlichkeit gegenüber dem sehr viel kleineren sozialdemokratischen Koalitionspartner beim Durchsetzen von Reformen genannt. Merz denkt in historischen Linien.
Nach den CDU-Langzeitkanzlern Adenauer, Kohl und Merkel will er nicht als derjenige in die Geschichtsbücher eingehen, der als Vorsitzender der CDU die einzige Mehrheit ohne die AfD verspielt und damit die Christdemokratie in Deutschland dem Schicksal zugeführt hat, das sie in den europäischen Nachbarländern schon erlebt hat: den Niedergang. Als wäre das nicht genug, hat es Merz mit einem Koalitionspartner zu tun, der den eigenen Absturz nicht am Horizont sieht, sondern nur noch einen Schritt vom Abgrund entfernt ist. Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg erzielte die SPD noch 5,5 Prozent der Stimmen.
In Sachsen-Anhalt könnte sie im September an der Fünfprozenthürde scheitern. Sollte die Koalition in Berlin frühzeitig scheitern, wäre es wie ein Suizid aus Angst vor dem Tod. Die SPD will den Sozialstaat nicht schwächenAngesichts der großen Herausforderungen wirken die Ängste und Probleme, die sich von den jeweiligen Parteiprogrammen ableiten, fast schon banal.
Was Experten sagen
Die Koalition besteht aus drei Parteien, daran erinnerte der Kanzler erst kürzlich wieder. Eine simple Feststellung, die aber die Alltagsarbeit von Schwarz-Rot prägt – und erschwert. Dass CDU/CSU und SPD unterschiedliche Wurzeln haben, ist das eine.
Doch angesichts eigener Schwäche suchen sie ihr Heil in einer Rückbesinnung auf ihre Wurzeln. Sie bewegen sich also nicht aufeinander zu, sondern voneinander weg. Die SPD hat von Natur aus Angst, den Sozialstaat anzufassen – es sei denn, er soll ausgebaut werden.
Ein Rückbau ist aber, auch wenn das führende Sozialdemokraten wie Arbeitsministerin Bärbel Bas immer wieder raunen, nicht geplant. Doch selbst eine Anpassung an EU-Standards löst in der Partei und ihrem Umfeld Unruhe aus. Es geht konkret darum, dass künftig nicht mehr der Acht-Stunden-Arbeitstag die Regel sein, sondern eine Wochen-Höchstarbeitszeit gelten soll.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





