
Einseitige Entkopplung: So macht China die Welt von sich abhängig
Einseitige Entkopplung : So macht China die Welt von sich abhängig Von Jochen Stahnke, Peking 24.04.2026, 10:24Lesezeit: 7 Min. Präsident Xi Jinping bei einer Rede nach dem Chinesischen Neujahr im Februar in...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Einseitige Entkopplung : So macht China die Welt von sich abhängig Von Jochen Stahnke, Peking 24. 2026, 10:24Lesezeit: 7 Min. Präsident Xi Jinping bei einer Rede nach dem Chinesischen Neujahr im Februar in PekingPicture AllianceDie Chinesen tun alles, damit der Rest der Welt von ihnen abhängig ist.
Sie selbst horten Nahrung und Energie – um im Krisenfall niemanden zu brauchen. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Am Hafen von Dongying stehen Dutzende haushohe Tankanlagen im ostchinesischen Marschland. Die meisten scheinen erst kürzlich gebaut worden zu sein.
Die Einzelheiten
Sie sind Teil der strategischen Erdölreserve Chinas, die sich auf weite Teile der Volksrepublik verteilt und immer größer wird. Seit den frühen 2000er-Jahren sorgt Peking auf diese Weise vor. Mittlerweile verpflichten Gesetze zur Vorratshaltung, nicht nur für Gas und Öl, es entstehen auch extrem große Nahrungsmittelreserven.
Zwei Drittel der globalen Maisreserven sollen in China lagern, außerdem rund die Hälfte aller Weizenvorräte und ein Drittel aller Sojabestände. Sie dürften ausreichen, um die Bevölkerung mehr als ein Jahr zu versorgen: bei Notlagen, Krisen wie jetzt im Irankonflikt, bei inneren Problemen – und für den Kriegsfall. Den Westen, insbesondere Deutschland, trifft Chinas Vorratshaltung besonders bei Seltenen Erden und kritischen Metallen, die für die Produktion von Autos, Militärgütern und anderer Spitzentechnologie benötigt werden.
Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. jetzt lesen Viele Staaten haben schon jetzt Schwierigkeiten beim Zugang zu besonderen Rohstoffen. „China nutzt Vorräte nicht nur zur Sicherheit, sondern auch als strategisches Machtinstrument“, heißt es in einer neuen Studie des Institut Montaigne.
Was Experten sagen
Über das schiere Volumen können Preisniveaus beeinflusst und Märkte verschoben werden. Der amerikanische Finanzminister Scott Bessent klagt, China habe sich in den letzten fünf Jahren dreimal als „unzuverlässiger globaler Partner“ erwiesen: „während der Covid-Pandemie, als das Land Gesundheitsprodukte hortete, und ein zweites Mal bei den Seltenen Erden“. Jetzt horte China Öl, anstatt den globalen Nachfrageengpass durch Freigabe von Reserven zu lindern.
Der chinesische Weg unterscheidet sich grundlegend von dem westlicher Demokratien. Im Kern verfolgt Peking eine geopolitische Doppelstrategie: eigene Abhängigkeiten reduzieren, globale Abhängigkeiten gezielt erhöhen. Als Folge entstehen getrennt voneinander operierende Technologiesysteme: eines in China, eines in den Vereinigten Staaten.
„So etwas haben wir zuletzt im Kalten Krieg gesehen“, sagt ein Kenner in Peking. Deutschland und Europa bringt das in eine Bredouille: Sie wollen sich nicht zwischen Mächten entscheiden, die zusammen auf die Hälfte der weltweiten Wirtschaftsleistung kommen. Manche deutsche Konzerne setzen in China daher auf radikale Lokalisierung.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





