
Energie aus Kernfusion: Das Rennen um die ersten Fusionskraftwerke ist eröffnet
Energie aus Kernfusion : Das Rennen um die ersten Fusionskraftwerke ist eröffnet Von Philip Plickert, London 08.05.2026, 21:40Lesezeit: 4 Min. Blick in das Plasmagefäß von Wendelstein 7-XMPI für Plasmaphysik/Jan Michael...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Energie aus Kernfusion : Das Rennen um die ersten Fusionskraftwerke ist eröffnet Von Philip Plickert, London 08. 2026, 21:40Lesezeit: 4 Min. Blick in das Plasmagefäß von Wendelstein 7-XMPI für Plasmaphysik/Jan Michael HosanIn Großbritannien plant ein US-geführtes Konsortium nun den ersten kommerziellen Fusionsreaktor, der schon in etwa zehn Jahren laufen und Energie liefern soll.
Weltweit fließen private Investitionen in Milliardenhöhe. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Das von Microsoft-Gründer Bill Gates unterstützte Start-up-Unternehmen Type One Energy will in Europa die Technologie des Fusionsreaktors vorantreiben. Mit Partnern plant es den Bau eines ersten kommerziellen Fusionsreaktors in Großbritannien, der schon etwa zur Mitte des nächsten Jahrzehnts fertiggestellt sein könnte.
Die Einzelheiten
Type One Energy hat dazu mit dem in Oxford ansässigen Unternehmen Tokamak Energy und dem US-Infrastrukturkonzern Aecom das Konsortium „UK Infinity Fusion“ gebildet. Ein Vertrag darüber wurde diese Woche unterzeichnet. Ziel ist es, einen Reaktor mit ungefähr 400 Megawatt Leistung zu errichten, der auf dem sogenannten Stellarator-Design von Type One Energy basiert.
Man werde von den Erfahrungen profitieren, die durch ein Pionierprojekt im US-Bundesstaat Tennessee gewonnen werden, erklärten die Unternehmen. Dort wird in den kommenden Jahren ein Fusionsreaktor für den staatlichen Energieversorger Tennessee Valley Authority (TVA) gebaut, der laut Planung schon im Jahr 2034 in Betrieb gehen soll. Einen ähnlichen Zeitplan verfolgt das Unternehmen Commonwealth Fusion Systems für ein Kraftwerk in Virginia.
Diese beiden könnten die ersten kommerziell genutzten Reaktoren mit Kernfusion der Welt werden. Darüber hinaus gibt es auch in Deutschland gleich mehrere vielversprechende Vorhaben von Start-up-Unternehmungen in München und in Darmstadt. Rennen zwischen den USA, China und privaten InvestorenIn einem Fusionsreaktor werden Wasserstoffisotope unter extremer Hitze zu Heliumatomen verschmolzen, wodurch Energie freigesetzt wird.
Was Experten sagen
Allerdings muss zuvor enorm viel Energie aufgewendet werden, um die Teilchen des Fusionsplasmas auf mehr als 100 Millionen Grad zu erhitzen, sodass Kernfusionsreaktionen stattfinden können. Das Plasma muss dabei mithilfe extrem starker Magnetfelder stabil eingeschlossen werden. Die USA und China liefern sich ein Rennen, wer diese Technik für die kommerzielle Energieerzeugung als Erster nutzbar machen kann.
Beide Länder investieren Milliardenbeträge. Die britische Regierung stellt über fünf Jahre 2,5 Milliarden Pfund (2,9 Milliarden Euro) zur Verfügung, darunter 1,3 Milliarden Pfund für die Entwicklung eines Prototyp-Reaktors namens „Step“. Es fließt auch zunehmend privates Geld in Start-up-Unternehmen.
Laut Internationaler Atomenergiebehörde (IAEA) haben die privaten Investitionen in diesem Bereich inzwischen zehn Milliarden Dollar überschritten.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





