
Entscheidungen: Wer länger nachdenken muss, ist im Nachteil
Entscheidungen : Wer länger nachdenken muss, ist im Nachteil Ein Kommentar von Ulf von Rauchhaupt 17.05.2026, 13:03Lesezeit: 2 Min. Grübel, grübel: der ehemalige Schachweltmeister Magnus Carlsen 2025 in...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Entscheidungen : Wer länger nachdenken muss, ist im Nachteil Ein Kommentar von Ulf von Rauchhaupt 17. 2026, 13:03Lesezeit: 2 Min. Grübel, grübel: der ehemalige Schachweltmeister Magnus Carlsen 2025 in HamburgdpaSchnelle Entscheidungen korrelieren mit besseren Schachzügen, zeigen Forscher.
Intuition schlägt bei komplexen strategischen Aufgaben rationales Nachdenken. Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Erst denken, dann handeln. Das klingt nach einer vernünftigen Maxime, die man beispielsweise bei Leuten mit Oberbefehl über Soldaten und Flugzeugträger zuletzt nicht immer beherzigt sah.
Die Einzelheiten
Leider kann man daraus nicht allgemein ableiten, eine Entscheidung werde umso besser, je länger über sie nachgedacht wurde. Denn bei einem prominenten Typ komplexer strategischer Entscheidungen gilt ein solcher Zusammenhang gerade nicht. Zu diesem Ergebnis kommen der Verhaltensökonom Uwe Sunde von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität und seine Ko-Autoren Dainis Zengers aus Rotterdam sowie Anthony Strittmatter aus der Schweiz in einer soeben in den PNAS veröffentlichten Studie, in der sie untersucht haben, wie lange professionelle Schachspieler über ihre Züge nachdenken.
000 Schachzüge aus 3600 Turnierpartien haben sie auf diese Weise gestoppt und die Qualität der jeweiligen Entscheidungen mithilfe eines Schachcomputers bestimmt. Ausdruck subjektiv empfundener KomplexitätDabei zeigte sich: Im Schachspiel sind die schnelleren Entscheidungen die besseren. Das gilt selbst unter Berücksichtigung der rechnerischen Komplexität eines Zuges, der Unterscheidbarkeit von Entscheidungsalternativen sowie des Zeitdrucks, schreiben die Autoren.
Bei gleicher objektiv messbarer Schwierigkeit einer Zug-Situation entscheidet schlechter, wer länger darüber nachdenkt. Das überrascht, denn gerade wo Profis am Werke sind, sollte man erwarten, dass das längere Nachdenken auch das gründlichere ist und dann die besseren Ergebnisse zeitigt. Doch dem ist hier offenbar nicht so.
Wer beim Schach länger nachdenkt, empfindet die Komplexität der anstehenden Entscheidung offenbar subjektiv höher. Mehr zum Thema Wer gewinnt das Spiel?
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





