
ESC-Tagebuch aus Wien (3): Nur wenige Zuschauer konnten 2025 über den Sieg mitentscheiden
ESC-Tagebuch aus Wien (3) : Nur wenige Zuschauer konnten 2025 über den Sieg mitentscheiden Von Peter-Philipp Schmitt, Wien 12.05.2026, 12:55Lesezeit: 4 Min. Die Favoriten bei der Probe: Linda Lampenius & Pete Parkkonen...
No Meeting by June 30 — Where will Trump and Putin meet after that?
Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. ESC-Tagebuch aus Wien (3) : Nur wenige Zuschauer konnten 2025 über den Sieg mitentscheiden Von Peter-Philipp Schmitt, Wien 12. 2026, 12:55Lesezeit: 4 Min. Die Favoriten bei der Probe: Linda Lampenius & Pete Parkkonen aus Finnland dürften es mit ihrem Lied „Liekinheitin“ locker ins Finale am Samstag schaffen.
dpaHat eine Kampagne der israelischen Regierung den ESC 2025 beeinflusst? Ein Artikel aus der „New York Times“ legt das zumindest nahe. Die EBU sieht das ganz anders.
Die Einzelheiten
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Ein Artikel in der „New York Times“ verursacht einigen Wirbel beim Eurovision Song Contest (ESC) in Wien. Darin deckt die Zeitung auf, dass nur wenige Hundert Personen über die Zuschauerstimmen das Abstimmungsergebnis beim ESC in Basel vor einem Jahr massiv beeinflussen konnten. Die Zeitung nennt als Beispiel Spanien, eines von zwölf Ländern, darunter auch Deutschland, die der israelischen Sängerin Yuval Raphael und ihrem Lied „New Day Will Rise“ zwölf Punkte zuerkannten.
Weitere zwölf Punkte bekam sie vom Rest-of-the-World-Voting, bei dem auch Länder, die nicht am ESC teilnehmen, abstimmen können. Die Daten stammen von verschiedenen Rundfunkanstalten, die Europäische Rundfunkunion (EBU) schlüsselt diese nicht eigens auf, um die Sicherheit des Song Contests nicht zu untergraben, wie es heißt. Der spanische Sender RTVE, der den ESC in diesem Jahr wegen der Teilnahme Israels boykottiert, hat die Zahlen nun aber offenbar der „New York Times“ zur Verfügung gestellt.
Raphael gewann demnach in Spanien haushoch, mit rund 33,34 Prozent der Stimmen. Auf Platz zwei folgte die Ukraine mit 6,74 Prozent, Österreich schaffte es nur auf Platz sieben mit 3,47 Prozent. Jeder Zuschauer konnte zwanzigmal für einen Beitrag anrufenIm vergangenen Jahr konnte jeder Zuschauer zwanzigmal für seinen Favoriten anrufen.
Was Experten sagen
570 Stimmen zu kommen, hätte die Israelin Raphael also nur von 2378 besonders fleißigen Anrufern die höchstmögliche Zahl von Stimmen bekommen müssen. Bei dem großen Abstand zum Zweitplazierten hätten auch viel weniger besonders aktive Personen an Handys und Telefonen genügt. Brisant ist die Auswertung vor allem, weil die israelische Regierung vor einem Jahr massiv Werbung für die eigene Kandidatin machte, Premierminister Benjamin Netanjahu selbst rief in den sozialen Medien dazu auf, zwanzigmal für Yuval Raphael abzustimmen, genauso wie auch etliche von der Regierung finanzierte proisraelische Gruppen überall in Europa.
Die Israelin kam am Ende auf 297 Punkte von den Zuschauern, die Jurys hatten ihr nur 60 Punkte zuerkannt. Es reichte dennoch für Platz zwei im Finale hinter dem Österreicher JJ und seinem Lied „Wasted Love“. Schlüpft aus dem Diamanten: Der Israeli Noam Bettan tritt mit seinem Lied „Michelle“ im ersten Halbfinale an.
AFPIm Interview mit der F. hatte Martin Green am Montag eine mögliche Beeinflussung des Ergebnisses durch die Kampagne der israelischen Regierung kategorisch ausgeschlossen.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





