
Evakuierung der „Hondius“: Die Passagiere wirken, als kämen sie von einem anderen Planeten
Evakuierung der „Hondius“ : Die Passagiere wirken, als kämen sie von einem anderen Planeten Von Hans-Christian Rößler, Madrid 10.05.2026, 16:38Lesezeit: 6 Min. Ein Passagier zeigt in einem Bus den Daumen nach oben,...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Evakuierung der „Hondius“ : Die Passagiere wirken, als kämen sie von einem anderen Planeten Von Hans-Christian Rößler, Madrid 10. 2026, 16:38Lesezeit: 6 Min. Ein Passagier zeigt in einem Bus den Daumen nach oben, nachdem er das vom Hantavirus betroffene Kreuzfahrtschiff MV Hondius im Hafen von Granadilla verlassen hat.
dpaDie vom Hantavirus geplagte „Hondius“ erreicht Teneriffa. Nun sollen Passagiere und Besatzung so schnell wie möglich nach Hause zurückkehren – ohne jeglichen Kontakt zur lokalen Bevölkerung. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Das kleine Kreuzfahrtschiff, auf das seit Tagen die Welt blickt, kam in der Dunkelheit: Am Sonntagmorgen hatte die „Hondius“ im Hafenbecken von Granadilla ihren Anker geworfen.
Die Einzelheiten
Festland sollte das Schiff, auf dem das Hantavirus ausgebrochen ist, auf Teneriffa nicht einmal berühren, sondern so schnell wie möglich wieder verschwinden. Verloren wirkten die Menschen in ihren Schutzanzügen und hinter ihren Gesichtsmasken auf den offenen Barkassen, die sie an die Mole brachten – als kämen sie nach ihrer wochenlangen Odyssee auf dem Atlantik von einem anderen Planeten. Doch schon bald zückten sie ihre Mobiltelefone, um zu fotografieren und ihre Familien anzurufen.
Es blieb ihnen nicht viel Zeit, um zu sich zu kommen. Die ersten Passagiere werden von der „Hondius“ gebracht. APMedizinisches Personal war zuvor zu einer letzten Untersuchung auf das „Seuchenschiff“ gekommen, wie die Boulevardpresse die „Hondius“ nannte.
Die Ärzte gaben Entwarnung: Alle Menschen an Bord sind symptomfrei. Dann stiegen zuerst die Spanier in die Versorgungsboote. Am Kai warteten die roten Militärbusse, die direkt auf die Piste des Urlauberflughafens Teneriffa-Süd vor die Maschine der spanischen Luftwaffe fuhren, das gegen 13 Uhr abhob.
Was Experten sagen
Am von mehr als 300 Polizisten bewachten Hafen von Granadilla hieß die Reisenden aus sicherer Entfernung ein ranghohes Empfangskomitee willkommen. In den Zelten einer improvisierten Kommandozentrale beaufsichtigen der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), drei spanische Minister und zahlreiche Behördenvertreter die komplexe Operation, an der nicht weniger als 23 Staaten beteiligt sind; aus so vielen Ländern stammen Passagiere und Besatzungsmitglieder. Die WHO beruhigt: Das ist kein zweites CovidDass sie am Sonntagmorgen alle in den wenig frequentierten Industriehafen gekommen waren, sollte die Menschen beruhigen, denn besonders auf den Kanaren hat sich die Angst vor einer neuen Pandemie ausgebreitet.
Das machte auch die Präsenz des WHO-Generaldirektors Tedros Adhanom Ghebreyesus deutlich, der sich am Wochenende zu einem ungewöhnlichen Schritt entschied. „An die Bevölkerung von Teneriffa: Mein Name ist Tedros, und ich bin Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation“, begann sein Brief. Diese Form der Kommunikation sei nicht üblich, aber er wolle „von Mensch zu Mensch“ mit den Kanaren über ihre Sorgen sprechen: „Das ist kein zweites Covid.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





