
Filmfest Cannes: Hollywood ist auch nicht alles
Filmfest Cannes : Hollywood ist auch nicht alles Von Maria Wiesner 12.05.2026, 22:40Lesezeit: 4 Min. Will lieber selbst Kunst gestalten als nur des Künstlers Muse sein: Vimala Pons als Irene in „La Vénus électrique“Guy...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Filmfest Cannes : Hollywood ist auch nicht alles Von Maria Wiesner 12. 2026, 22:40Lesezeit: 4 Min. Will lieber selbst Kunst gestalten als nur des Künstlers Muse sein: Vimala Pons als Irene in „La Vénus électrique“Guy FerrandisVon wegen, zu wenig US-Blockbuster: Das Filmfest von Cannes malt die Weltkarte neu und erwartet so einige Stars auf dem roten Teppich.
Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Auf dem Weg zum Filmfestpalast grüßen abwechselnd Susan Sarandon und Geena Davis von hohen Bannerstreifen. Breitbeinig und selbstbewusst sitzen sie auf ihrem Cabrio. Das Foto aus Ridley Scotts „Thelma & Louise“ ist das diesjährige offizielle Festivalplakatmotiv.
Die Einzelheiten
Mit Bedacht gewählt, wie es scheint, denn es setzt der leisen Kritik, die vor Beginn die großen US-Blockbusterfilme im Programm vermisste, ein Statement entgegen: Dieser mittlerweile weltweit bekannte Film ist 1991 nicht mit den Geldern der größten Studios produziert worden. Festivalpräsidentin Iris Knobloch wies gegenüber dem Branchenblatt „Variety“ das Fehlen der US-Industrie in Cannes noch deutlicher zurück: „Es gibt fast so viele amerikanische Filme wie gewöhnlich auch“, sagte sie und betonte, dass Amerikas Kino aus mehr bestehe als nur aus Hollywood. Gerade Independent-Filmen bietet das Filmfest einen Startvorteil, der manchmal sogar für Anschub bis hin zu den Oscars reichte, wie 2025 etwa bei Sean Bakers „Anora“.
Und auch wenn weder Christopher Nolans „Odyssee“ noch Steven Spielbergs „Disclosure Day“ in Cannes Premiere feiern, die Stars holt das Festival trotzdem auf den roten Teppich: Kurzfristig nahm man „Paper Tiger“ von Independent-Regisseur James Gray ins Wettbewerbsprogramm, der Scarlett Johansson und Adam Driver in Hauptrollen mitbringt. Außerdem gehen die Ehrenpalmen in diesem Jahr an Barbra Streisand und „Der Herr der Ringe“-Regisseur Peter Jackson. Andy Garcia und John Travolta kommen als Regisseure zurückZum Kino gehört immer auch Kinogeschichte: Am Mittwoch läuft zur Erinnerung an die Premiere des Actionspektakels „Fast and Furious“ vor 25 Jahren der erste Teil der davon gestarteten Reihe im Grand Théâtre Lumière in Anwesenheit der Filmcrew.
Andere Haudegen des Hollywoodkinos geben sich in Nebenreihen die Ehre: So präsentiert Andy Garcia seine zweite Regiearbeit „Diamond“, für die er Brendan Fraser, Bill Murray und Dustin Hoffman gewinnen konnte, und John Travolta kehrt nach mehr als dreißig Jahren nach Cannes zurück. 1994 erklomm er als Schauspieler die Stufen des Festivalpalastes für die Premiere von „Pulp Fiction“, nun debütiert er hier im Alter von zweiundsiebzig Jahren als Regisseur. Das Thema seines Erstlingswerks „Propeller One-Way Night Coach“ ist seine Leidenschaft fürs Fliegen (er kann mehr als 9000 Flugstunden nachweisen und durfte als erster Privatmann sogar einen Airbus A380 steuern), genauer: ein Junge, der vom Fliegen träumt.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





