
FRankfurter Schule: Hat Jürgen Habermas die Kritische Theorie abgewickelt?
FRankfurter Schule : Hat Jürgen Habermas die Kritische Theorie abgewickelt? Gastbeitrag Von Christoph Türcke 30.04.2026, 21:39 Lesezeit: 5 Min. Bildbeschreibung ausklappen Kommunikativer Einheger der Kritischen Theorie:...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. FRankfurter Schule : Hat Jürgen Habermas die Kritische Theorie abgewickelt? Gastbeitrag Von Christoph Türcke 30. 2026, 21:39 Lesezeit: 5 Min.
Bildbeschreibung ausklappen Kommunikativer Einheger der Kritischen Theorie: Jürgen Habermas Frank Röth Mit dem Dualismus von System und Lebenswelt umging Jürgen Habermas die dialektischen Verwicklungen der Kapitalismuskritik. War das schon Verrat an der Kritischen Theorie? Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Das Starnberger Wohnhaus der Familie Habermas in eine philosophische Tagungsstätte für die relevanten Debatten unsere Tage verwandeln – gute Idee!
Die Einzelheiten
Aber ist ausgerechnet das Frankfurter Institut für Sozialforschung geeignet, hierbei als Stiftungsgründer oder Koordinator zu fungieren, wie die „Süddeutsche Zeitung“ kürzlich anregte? Wenn es diese Rolle übernähme, dann, so die Befürchtung von Gerhard Schweppenhäuser, bekäme Habermas’ Werk unversehens eine Art postumer Deutungshoheit über die Kritische Theorie, die diesem Institut entstammt. Hingegen würde unkenntlich, wie teuer diese Deutung durch Ausblendung gesellschaftskritischer Basiseinsichten erkauft wurde.
Als junger Assistent des Instituts hegte Habermas in den fünfziger Jahren eine hohe Meinung von Marx und der Revolution. Dass er dabei nicht lange blieb, ist ihm nicht anzulasten. Aber wohin hat ihn das geführt?
Zur Entwicklung einer Theorie, die Schweppenhäuser als „Abwicklung“ der kritischen bezeichnet. Abwicklung ist allerdings ein mehrdeutiger Vorgang. Eine Firma abwickeln heißt sie auflösen, aber zugleich Erhaltenswertes aus ihrer Konkursmasse in andere Zusammenhänge überführen.
Was Experten sagen
So mit theoretischen Gebäuden umzugehen – darin hatte Habermas großes Geschick. Und bei der Kritischen Theorie, die mehr ein Gewebe als ein Gebäude ist, bestand sein Kunstgriff darin, eine dialektische Denkweise, die nachzeichnet, wie Menschen in ihre Verhältnisse verwickelt sind, durch eine dualistische Denkweise zu ersetzen. Lebenswelt und Systemwelt Nach dem Tod von Adorno und Horkheimer zerlegte er die kapitalistische Gesellschaft, in die wir mehr denn je verwickelt sind, in eine Lebenswelt und eine Systemwelt.
Vom lebensweltlichen Raum „des verständigungsorientierten Handelns, der argumentativen Rede, der Erfahrung und des objektivierenden Denkens, des moralischen Urteils und der ästhetischen Kritik“ habe sich in der frühen Neuzeit, so sein weichenstellendes Narrativ, ein System abgekoppelt, in dem das „Steuerungsmedium Geld“ regiert, sämtlichen materiellen Austausch „über monetäre Kanäle abwickelt“ und „durch funktionale Vernetzung“ die „normfreie Regelung von Kooperationszusammenhängen“ leistet. Der kritischen Gesellschaftstheorie obliegt damit nur noch, zu verhindern, dass die „Monetarisierung und Bürokratisierung“ überhandnimmt und „die symbolischen Strukturen der Lebenswelt im Ganzen in Frage stellt“.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





