
Ganztagsbetreuung: Rechtsanspruch führt zu „Durcheinander“ an den Grundschulen
Ganztagsbetreuung : Rechtsanspruch führt zu „Durcheinander“ an den Grundschulen Von Rainer Schulze 11.05.2026, 08:50Lesezeit: 4 Min. Basteln nach der Grundschule: Im Sommer wird der Rechtsanspruch auf eine ganztägige...
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Wichtige Entwicklungen prägen das Weltgeschehen. Ganztagsbetreuung : Rechtsanspruch führt zu „Durcheinander“ an den Grundschulen Von Rainer Schulze 11. 2026, 08:50Lesezeit: 4 Min. Basteln nach der Grundschule: Im Sommer wird der Rechtsanspruch auf eine ganztägige Betreuung eingeführt.
dpaDer Anspruch auf Ganztagsbetreuung wirft seine Schatten voraus: Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag stehen nicht mehr allen Kindern offen. Horte fürchten um ihre Existenz. Zusammenfassung Anhören Merken Teilen Verschenken Drucken Zur App Vom Sommer an haben Eltern von Erstklässlern bundesweit einen Rechtsanspruch auf eine ganztägige Betreuung ihres Nachwuchses.
Die Einzelheiten
Jedes Jahr kommt ein neuer Jahrgang hinzu, bis die Ganztagsbetreuung im Schuljahr 2029/2030 für alle Grundschulkinder gewährleistet sein muss. Viele Schulen müssen deshalb neue Strukturen schaffen, bewährte Modelle umstellen und Angebote einschränken. In Frankfurt beispielsweise teilen viele Grundschulen den Eltern in diesen Tagen mit, dass Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag sowie die Frühbetreuung vor dem Schulbeginn nicht mehr allen Schülern offenstehen.
Der Grund dafür ist die Umstellung auf den Ganztagsbetrieb. Nur wer sein Kind für einen Hort oder für die schulinterne Betreuung angemeldet hat, kommt auch in den Genuss des Angebots. Die Ganztagsbetreuung ist in Frankfurt allerdings kostenpflichtig.
Ein externer Hortplatz oder ein Nachmittagsplatz in der internen schulischen Betreuungseinrichtung kosten in Frankfurt rund 200 Euro im Monat, inklusive Mittagessen. Gewerkschaft: „Ganztag darf kein Luxus werden“Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Hessen kritisiert, dass auch im Kreis Offenbach Ganztagsangebote künftig nur noch für Kinder vorgehalten werden sollen, deren Eltern diese zusätzlich finanzieren können. Bisher seien aus den Ganztagsbudgets auch Angebote für alle Kinder ermöglicht worden.
Was Experten sagen
„Ganztag darf kein Luxus werden. Wenn Angebote nur noch für diejenigen zugänglich sind, die es sich leisten können, wird Chancengleichheit systematisch untergraben“, sagt Heike Ackermann, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft. Beim Stadtelternbeirat in Frankfurt sind schon zahlreiche Beschwerden eingegangen: „Wir haben den Eindruck, dass da vieles falsch läuft.
Es gibt viel Aufregung und ein großes Durcheinander“, sagt die Vorsitzende Katja Rininsland. Sie berichtet von Fällen, in denen Eltern sich verpflichten sollen, ihre Kinder vom neuen Schuljahr an erst von einer bestimmten Uhrzeit an aus dem Hort abzuholen. Rininsland hält es für falsch, die Freiheit der Eltern einzuschränken.
„Es darf keine Pflicht zur Ganztagsbetreuung geben. “Außerdem befürchteten viele Eltern, dass die externen Horte langfristig schließen müssen, weil sie sich gegen die Konkurrenz der massiv ausgebauten, internen Ganztagsbetreuung an den Schulen nicht mehr behaupten können. Rininsland appelliert an die Stadt, die Horte mit ins Boot zu holen: „Sie sind etabliert und haben sich bewährt.
Die Entwicklung hat international große Aufmerksamkeit erregt; diplomatische Kreise verfolgen sie genau.





